Märkte & Vertrieb

Hiscox: Online-Kunstmarkt liegt im Trend

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Umsatz auf dem digitalen Markt wuchs im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 3,75 Mrd. US-Dollar (2015: 3,27 Mrd.). Dies geht aus dem aktuellen Online Art Trade Report des Spezialversicherers Hiscox hervor. Bis 2021 könnte das Umsatzvolumen sogar bis auf 9,14 Mrd. US-Dollar steigen.
Demnach nutzen vor allem traditionelle Auktionshäuser den Wachstumstrend auf dem digitalen Markt, um damit die Rückgänge auf den klassischen Vertriebswegen auszugleichen, betont Hiscox. So gingen die Umsätze von Auktionshäusern in 2016 weltweit um durchschnittlich 19 Prozent zurück. Sotheby's verzeichnete ein Minus von 29 Prozent, Christie's machte 22 Prozent weniger Umsatz. Im Internet erzielten die beiden Häuser dagegen Umsatzzuwächse im zweistelligen Bereich: Sotheby's legte dabei um 19 Prozent und Christie's um 34 Prozent.
"Es ist ein klarer Strategiewechsel der Traditionshäuser hin zu Online-Sales erkennbar, hier wird in den kommenden Jahren großes Potential gesehen. Etablierte Häuser dominieren in diesem Jahr auch das Hiscox Online Art Sales Platform Ranking, das die Präsenz der Player aus Sicht der Online-Kunstkäufer spiegelt. Das Ranking zeigt, dass die Offline-Kunstwelt den Vorsprung ihrer Online-Konkurrenten aufgeholt hat", kommentiert Robert Read, Head of Fine Art and Private Clients bei Hiscox.

Galerien setzen auf Social Media

Zudem bieten laut Report auch immer mehr Galerien die Möglichkeit eines Online-Erwerbs von Kunstwerken an. Demnach setzen mittlerweile 33 Prozent der befragten Galerien (2015: 28 Prozent) auf die Möglichkeit, Kunst online zu kaufen und zu bezahlen – entweder direkt oder über Drittanbieter-Plattformen wie Artsy und Artnet. Dennoch lassen 36 Prozent (2015: 39 Prozent) den Online-Verkauf komplett außen vor.
Neben den reinen Online-Kanälen spielen auch Facebook & Co. eine immer größere Rolle. So gaben 57 Prozent der befragten Kunstkäufer an, Instagram zu nutzen, wenn sie sich über Kunstwerke informieren möchten und nach Inspirationen suchen. Bei Facebook sind es hingegen nur 49 Prozent. Die Galerien haben auf diesen Trend bereits reagiert: Bereits heute nutzen 91 Prozent der befragten Galerien soziale Medien, um ihre Werke und Künstler zu präsentieren und sehen auch entsprechenden Einfluss auf ihre Verkaufszahlen. 35 Prozent der befragten Galerien sind der Ansicht, dass ihre Aktivitäten auf Instagram den Verkauf ankurbeln. Bei Facebook waren es hingegen nur sieben Prozent der gleichen Meinung.

Skepsis bei den Kunstkäufern

Allerdings scheinen viele potenzielle Kunden laut Report noch recht skeptisch zu sein, was die Nutzung der digitalen Möglichkeiten betrifft. So gaben 51 Prozent der befragten Kunstkäufer an, noch nie im Internet ein Kunstwerk erworben zu haben. Häufigster Grund (80 Prozent) ist laut Umfrage die Befürchtung, dass das jeweilige Kunstwerk in der Realität anders aussehe als auf dem digitalen Bild.
77 Prozent der Befragten haben zudem ohne direkte Begutachtung Bedenken, dass sich das Bild in einem guten Zustand befinde. 58 Prozent befürchten, dass es sich bei dem Kunstwerk um eine Fälschung handeln oder nicht halten könnte, was es verspricht. Selbst 79 Prozent der aktiven Online-Käufer gaben an, bislang Werke mit einem Wert von weniger als 5.000 US-Dollar erworben zu haben. (vwh/td)
Bildquelle: Helene Souza / PIXELIO (www.pixelio.de)
Hiscox · Kunstmarkt
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