Schlaglicht

Genossenschafts-Versicherer R+V schwelgt in Superlativen

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Wenn Norbert Rollinger (53) heute Morgen vor die Presse tritt, um die Bilanzzahlen 2016 des R+V-Versicherungs-Konzerns zu verkünden, dürfte er wieder in Superlativen schwelgen. Seit dem 1. Januar 2017 führt der promovierte Jurist und Betriebswirt, mit u.a. McKinsey-Vergangenheit, den zweitgrößten Lebens- und Sachversicherer in Deutschland.
Der gebürtige Rheinländer mit Luxemburger Staatsangehörigkeit war schon seit 2009 als Kompositvorstand der R+V und seit 2010 als Holding-Vorstand überaus erfolgreich tätig. In seiner Zeit stiegen allein in diesem Bereich die Beitragseinnahmen um etwa 50 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro.
In der Kfz-Versicherung belegt der genossenschaftliche Versicherer inzwischen Platz drei. Die Entwicklung des Konzerns, der zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehört, zu einem der Top-Player in der Versicherungsbranche, verlief in den letzten Jahren gradlinig nach oben, aber durchaus unauffällig. Die letzten Jahre waren geprägt durch stetes Wachstum über dem Marktdurchschnitt.

Rekordwerte bei den Prämieneinnahmen

So kletterten die Beitragseinnahmen allein im vergangenen Jahr auf 15,8 Mrd. Euro bei rund acht Millionen Kunden. Dies entspricht einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2015: 13,3 Mrd. Euro). Allein in der Schaden- und Unfallsparte stiegen die Beitragseinnahmen 2016 um 5,3 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro. Besonders in der Kfz-Sparte stiegen die Prämien um 5,5 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro (+5,4 Prozent auf 1,4 Mrd. im Firmenkundengeschäft sowie +5,7 Prozent auf 766 Mio. Euro bei den Privatkunden) Der Fahrzeugbestand bei der R+V stieg um 157.000 auf knapp 4,2 Millionen versicherte Fahrzeuge. Firmenkundengeschäft.
In der Lebens- und Pensionssparte stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 1,8 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro. Dabei verzeichnete die R+V vor allem beim Neugeschäft einen deutliches Plus von 2,3 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro. Den höchsten Neubeitrag mit 1,4 Mrd. Euro verzeichnete der Wiesbadener Genossenschaftsversicherer in der betrieblichen Altersversorgung. In der noch eher jungen Krankensparte stiegen die Prämieneinnahmen in 2016 um 8,4 Prozent auf 507 Mio. Euro. Bei den Zusatzversicherungen stiegen die Beiträge zweistellig um 12,1 Prozent auf 261 Mio. Euro. Auf die Vollversicherung entfielen 246 Mio. Euro, was einem Plus von 4,8 Prozent entspricht.

Fokus auf den Kapitalbereich

Auch bei den Kosten gehört der Versicherer mit Hauptsitz in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden zu den Sparsameren. Die Finanzkrise scheint weniger Spuren hinterlassen zu haben, als bei anderen Marktteilnehmern. Es bleibt daher abzuwarten, ob der eloquente Manager Rollinger für das vergangene Jahr wieder gute bis sehr gute Zahlen verkünden wird.
Mit Spannung erwartet werden vor allem die aktuellen Kennziffern für den Kapitalanlagebereich. Auch die Entwicklung der Lebensversicherung und der betrieblichen Altersvorsorge dürften vor allem im Fokus des Interesses stehen. Die R+V-Gruppe bietet ein ausgesprochen positives Beispiel dafür, wie ein Branchengroßer mit solider, und dennoch auf Wachstum ausgerichteter Strategie, seinen Markteinfluss deutlich vergrößern kann.
Vielleicht verkündet Rollinger vor den Journalisten noch weitere Neuigkeiten, was zum Beispiel das Thema Unternehmensbeteiligungen oder Zukäufe angeht. Es wäre bei der Kapitalstärke des Konzerns nicht einmal eine große Überraschung. (wo)
Bild: Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der R+V (Quelle: R+V)
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R+V · Norbert Rollinger · Genossenschaftsversicherer
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