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Brit knows best: Honorarberatung wirkt – bald auch in Deutschland

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert ein Provisionsverbot. Diesmal stützt aber eine Studie aus dem vereinigten Königreich diese Forderung. Dort habe sich die Beratungsqualität seit dem Provisionsverbot im Jahr 2013 erheblich verbessert, zeigt das aktuelle Financial Advice Market Review (FAMR). Der GDV hält die Interpretation der Verbraucherzentrale jedoch für "ein kapitales Missverständnis".
Was gut für Großbritannien ist, das ist für Deutschland noch viel besser. Davon ist Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim vzbv überzeugt: "Der Bericht aus Großbritannien zeigt, dass ein Provisionsverbot wirkt. Sowohl die Beratungsqualität als auch das Vertrauen der Verbraucher in die Finanzberatung nehmen zu. Die Qualität der Anlageberatung in Deutschland ist nachweislich schlecht. Deshalb braucht es auch in Deutschland dringend ein Provisionsverbot." Selbst die britische Finanzindustrie würde laut vzbv hinter der Regelung von 2013 stehen.
Das richtige Produkt für den Kunden, ohne finanzielle Hintergedanken, das ist eine zentrale Forderung der Verbraucherschützer. Frau Mohn weiß, dass das persönliche Gespräch und das Wissen des Vermittlers vergütet werden muss: "Beratung ist nie kostenlos. Im Gegensatz zur Finanzierung durch Provisionen steht bei einer Beratung auf Honorarbasis aber das Kundeninteresse im Mittelpunkt. Das ist wichtig, damit Verbraucher passende Produkte empfohlen bekommen."
Die Diskussion um den FAMR eröffnet eine neue Runde im ewigen Streit um die beste Vergütung für Finanzberater. Der GDV erklärt: Der Fortschrittsbericht setzt sich damit auseinander, wie die unter anderem durch das Provisionsverbot insbesondere bei Durchschnitts- und Geringverdienern entstandenen Beratungslücken kompensiert werden könnten. "Der FAMR vom März 2016 hatte unter anderem ergeben, dass eine Beratung gegen Honorar im Durchschnitt 1.350 britische Pfund kostet (neun Stunden à 150 Pfund). Demgegenüber waren nur acht Prozent der in einer Studie befragten Verbraucher dazu bereit, 500 Pfund für eine Beratung auszugeben. Bei einer Anlagesumme von 60.000 Pfund lag die mittlere Zahlungsbereitschaft für Beratungsdienstleistungen nur bei 256 Pfund", erklärt ein Pressesprecher des GDV. Ziel des FAMR sei es, Maßnahmen zu finden, die Beratung für jedermann bezahlbar ("affordable") und zugänglich ("accessible") machen. Der FAMR vom März 2016 enthielt 28 Empfehlungen, zu denen der Fortschrittsbericht vorgelegt wurde. (vwh/mv)
Bild: Union Jack (Quelle: Thommy Weiss / PIXELIO / www.pixelio.de)
Großbritannien · Honorarberatung · Provisionen
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