Politik & Regulierung

Bierbanksturz als Trinkerrisiko: Kein Schmerzensgeld für raue Sitten im Festzelt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Klage auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen Sturzes von einer Bierbank auf den Cannstatter Wasen blieb auch in der zweiten Instanz erfolglos. Der 13. Zivilsenat des OLG Stuttgart hat damit Forderungen einer Festzeltbesucherin gegen einen anderen Gast abgewiesen. Begründung: Das Tanzen auf einer Bierbank ist übliches Verhalten in einem Festzelt.
Der Fall beginnt ganz gewöhnlich: Klägerin und Beklagter besuchten ein Festzelt auf dem traditionsreichen Volksfest. Beide standen mit den Rücken zueinander auf den Bierbänken an ihren jeweiligen Tischen und tanzten. Dann stieß der Beklagte an den Rücken der Klägerin. Diese fiel daraufhin auf den Boden. Die Frau behauptete nun, einen Schlag in den Rücken bekommen zu haben, sodass sie nach vorne gefallen und mit dem Knie gegen die Kante des Biertischs gestoßen sei.
Der Sturz verursachte nach ihren Angaben eine Prellung am linken Kniegelenk, die einen arthroskopischen Eingriff erforderlich machte sowie ein Schmerzsyndrom ausgelöst habe. Der Mann wiederum entgegnete, er sei "mehr oder weniger von der Bierbank gezogen" worden und habe hierbei das Gleichgewicht verloren. Dabei sei er mit dem Rücken gegen die Frau gefallen, die daraufhin das Gleichgewicht verloren habe.
Die Klage auf ein angemessenes Schmerzensgeld von mindestens 4.000 Euro sowie auf Schadensersatz und auf Ersatz vorgerichtlicher Anwaltskosten wies schon das LG Stuttgart ab, weil der Klägerin nicht der Nachweis gelungen sei, dass der Beklagte wegen eigenen Fehlverhaltens auf die Frau gestürzt sei. Das OLG Stuttgart wies die Berufung zurück und bestätigte damit das Urteil des LG. (OLG Stuttgart, Urteil vom 16.3.2017 (13 U 165/16). (vwh)
Bild: Cannstatter Wasen (Quelle: sprisi / Cannstatter Wasen / PIXELIO / www.pixelio.de
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