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Hannovers Versicherer gründen "House of Insurance"

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Hannover will seine Attraktivität für qualifizierte Hochschulabsolventen stärken. Daher intensiviert die lokale Versicherungswirtschaft ihre langjährige Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover. Einen entsprechenden Kooperationsvertrag haben die Vorstandsvorsitzenden von sieben Versicherern und der Präsident der Leibniz Universität, Volker Epping, für die Gründung eines "House of Insurance" jetzt unterschrieben.
Es soll 2018 seine Arbeit aufnehmen und das Kompetenzzentrum für Versicherungswissenschaften ablösen. Beteiligt sind Concordia, Hannover Rück, Mecklenburgische, Talanx/HDI, VGH, VHV und Wertgarantie. Unterstützt wird das neue "House of Insurance" wie bislang das Kompetenzzentrum auch vom Land Niedersachsen. Keine Vertragspartner mehr sind die Georg-August-Universität Göttingen und die Medizinische Hochschule Hannover.
Anlass für die Umgestaltung gab das Auslaufen des Zehnjahresvertrages von Land und Versicherungswirtschaft mit dem Kompetenzzentrum. Wie der Beiratsvorsitzende des Kompetenzzentrums und Vizechef der Talanx AG, Christian Hinsch, erläuterte, war er selbst schon früh bereit, die Private Public Partnership nicht nur weiterzuführen und weiterzuentwickeln, sondern dieser auch eine klarere Struktur zu geben.
Das Ziel, dadurch den Versicherungsstandort Hannover zu stärken, fiel bei Epping auf fruchtbaren Boden, zumal die Universität zwei weitere Stiftungsprofessuren für Versicherungsrecht und Versicherungsmathematik erhält. Die Versicherer sind laut Hinsch an einem für die Sach- und Unfallversicherung auf das Zivilrecht ausgerichteten Lehrstuhl interessiert und weniger am Aufsichtsrecht, das Schwerpunkt des Göttinger Professors Torsten Körber ist. Die Stärkung der Versicherungsmathematik wiederum begründet Hinsch mit der wachsenden Bedeutung vor dem Hintergrund von Solvency II und Risiko Management. Versicherungsmathematiker werden laut Epping händeringend gesucht.
Für die Versicherer waren nach seinen Angaben drei Punkte wichtig. Zum einen sollte die Lehre mit Blick auf die Studenten und im Eigeninteresse der Unternehmen verstärkt werden und weniger die Wissenschaft. Zum anderen gab es auf Seiten der Branche und der Universität ein starkes Interesse, eine Rechtsprofessur in Hannover zu schaffen und diese nicht allein dem fernen Göttingen zu überlassen.
Und schließlich wollten die Unternehmen "näher ran kommen" und nicht allein Geld überweisen. Sie wollten auch an den Inhalten beteiligt werden. Zwar gibt es laut Hinsch kein Vetorecht, aber doch mehr Einfluss, insbesondere auch als Berater bei der Besetzung der beiden neuen Lehrstühle. Erleichtert wird schließlich die Zusammenarbeit dadurch, dass es nur noch zwei Vertragspartner, nämlich die Versicherungen und die Leibniz Universität gibt. Der Göttinger Kartellrechtler Körber kann aber, wie Epping betonte, weiter am "House of Insurance" mitwirken.
Das "House of Insurance" – der Name wurde von Hinsch vorgeschlagen – wird die beteiligten Lehrstühle unter einem gemeinsamen Dach auf dem Campus der Universität vereinen und so die interdiszlinäre Arbeit fördern. Geplant sind zudem Veranstaltungen zur wissenschaftlichen und beruflichen Aus- und Weiterbildung, beispielsweise auch für das mittlere Management. Hinsch verspricht sich durch das Projekt nicht zuletzt eine stärkere "überörtliche Sichtbarkeit" des Versicherungsstandortes Hannover. (cs)
Bildquelle: Birgit Winter / PIXELIO (www.pixelio.de)
Hannover · House of Insurance
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