Politik & Regulierung

Versicherer-IT: Regulierung führt zu mehr Effizienz

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Von Monika Wieneke und Sebastian Justi. Digitalisierung, Solvency II, IFRS, ORSA: Mit wachsenden Regulierungspflichten, Reporting-Anforderungen und generellem Kostendruck stehen Versicherungsunternehmen vor großen Herausforderungen. Um die Prozesse rund um Aktuariat und Risikomanagement zu bewältigen, ist eine professionelle und wertschöpfende IT-Infrastruktur mit einem entsprechenden Software-Portfolio unentbehrlich.
Die Anpassung der Versicherungs-IT ist jedoch häufig sehr komplex und die Umsetzung von Modernisierungsprojekten dauert häufig bis zu einem Jahr. Noch komplexer wird es, wenn Systeme erstmalig miteinander kommunizieren sollen oder aufeinander abgestimmt werden müssen. Bei derart aufwendigen Projekten ziehen Versicherer zunehmend externe Dienstleister heran, an die sie die entsprechenden Aufgaben auslagern.
Ein Beispiel: Die Chesnara plc – eine britische Run-Off-Plattform – hat wesentliche aktuarielle Services ausgelagert, um schnelle, effiziente und kostengünstige Prozesse realisieren zu können: Willis Towers Watson hat die aktuariellen Services im Umfang von 330.000 Lebensversicherungs-Policen und einem zu verwaltenden Vermögen von zwei Mrd. Pfund übernommen.
Konkret haben die IT-Experten und Aktuare eine IT-Umgebung geschaffen, in der jeder einzelne Schritt eines jeden Arbeitsablaufs kontrollierbar und planbar ist. Dazu gehörte die Optimierung der Input-Daten im Hinblick auf das Output-Reporting, inklusive der Implementierung einer automatisierten Validierung von Modellergebnissen. Außerdem wurde für alle Aufgaben, die eine menschliche Entscheidung benötigen, eine automatische Benachrichtigung an die entsprechenden Entscheider aufgesetzt, sodass die Software-Lösung auch den Großteil des Prozessmanagements übernimmt.
Die IT-Experten haben für das gesamte Projekt einen modularen Ansatz gewählt, bei dem ein Haupt-Arbeitsprozess viele kleinere Prozesse steuert. Dementsprechend wurden bestehende Abläufe nicht nur optimiert, sondern komplett neu aufgesetzt. Chesnara konnte in der Testphase eine signifikante Einsparung der Arbeitszeit verzeichnen: Prozesse, die zuvor 32 Tage dauerten, konnten innerhalb von zehn Tagen realisiert werden – ein Einsparpotenzial von 69 Prozent. Zudem reduzierten die Projektverantwortlichen die zuvor benötigten Ressourcen für die quartalsweise Bewertung um rund 50 Prozent.
Wie viele andere Versicherungsunternehmen wünschte sich auch Chesnara die Entlastung aktuarieller Ressourcen, Synergien zwischen verschiedenen Reporting-Prozessen, Planungsrechnungen auf Knopfdruck und eine substantielle Kostenreduktion der aktuariellen Betriebskosten. Dies gilt für Lebensversicherer ebenso wie für Sachversicherer. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist auch die unabhängige Sichtweise von externen Fachkräften auf die vorhandenen Prozesse: Da diese von den Mitarbeitern des Unternehmens aufgesetzt wurden, ist nicht damit zu rechnen, dass sie von den gleichen Mitarbeitern geeignet optimiert werden können.
Zu den Autoren: Monika Wieneke ist Local Software Sales Leader Life. Sebastian Justi ist Local Software Sales Leader P/C. Beide sind bei Willis Towers Watson tätig.
Den vollständigen Gastbeitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.
Bildquelle: Deutsche Telekom
Willis Towers Watson · Versicherer-IT · Monika Wieneke · Sebastian Justi
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