Köpfe & Positionen

Roß: "Wir wollen weiter wachsen"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Gründe für den Kauf des Mannheimer-Bestandes von Protektor, das Geschäftsmodell der Viridium Gruppe und weitere Ankaufziele. Zu allen diesen Themen äußert sich der Vorstandsvorsitzende der Viridium Gruppe Heinz-Peter Roß im Interview mit VWheute. Eines ist sicher: Die Gruppe ist noch nicht an ihrem Ziel angekommen und will weiter wachsen.
VWheute: Wie und warum hat Viridium Gruppe die Verträge der Mannheimer ausgewählt und wie hoch ist der Kaufpreis?
Heinz-Peter Roß: Viridium und Protektor haben seit einiger Zeit Gespräche über einen Erwerb des Bestandes geführt. Es handelt sich um ein attraktives Portfolio von größtenteils konventionellen Garantieprodukten, mit dem wir unsere Position als führender Spezialist für das effiziente Management von Lebensversicherungsbeständen in Deutschland weiter ausbauen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
VWheute: Wie lange dauerten die Verhandlungen und wann wurde die Bafin hinzugezogen?
Heinz-Peter Roß: Ich bitte um Verständnis dafür, dass wir uns zu Einzelheiten des Verkaufsprozesses nicht äußern. Die Hauptversammlung von Protektor hat im August 2016 die Ausgliederung des Bestands in eine neu zu gründende Gesellschaft beschlossen. Dieser Tatsache können Sie entnehmen, dass wir seit einiger Zeit in Gesprächen waren.
VWheute: Sind die Kunden der Mannheimer weiter durch die Bafin geschützt?
Heinz-Peter Roß: Die Bafin hat die Ausgliederung des Versicherungsbestands in die neue Tochtergesellschaft von Protektor genehmigt. Der Veräußerung an Viridium muss sie noch zustimmen. Wir gehen davon aus, dass wir die Transaktion bis zur Jahresmitte abschließen können. Für die Versicherten ist dabei die Kontinuität gewährleistet, die Verträge werden unverändert weitergeführt. Selbstverständlich unterliegt die Viridium Gruppe wie jede andere Versicherungsgesellschaft der Aufsicht der Bafin.
VWheute: Wie genau erzielen die Gruppe mit den Verträgen Gewinn? Geben Sie bitte einen Einblick in ihr Geschäft.
Heinz-Peter Roß: Unser Geschäftsmodell basiert in erster Linie auf den Skaleneffekten, die sich durch die Verwaltung eines möglichst großen Policenbestands auf einer einheitlichen, auf Marktstandards basierenden Plattform realisieren lassen. Für alle Versicherungsnehmer ist dabei vollständige Kontinuität sichergestellt. Die Viridium Gruppe verfolgt darüber hinaus eine konservative Anlage- und Reservierungspolitik. Die langfristige Garantie des Verwaltungskostenniveaus, die positive Entwicklung der Stornokennziffern bei allen Gesellschaften und gestiegene RfB-Zuführungen unterstreichen, dass unser Geschäftsmodell für Markt und Versicherte nicht nur verlässlich, sondern auch attraktiv ist.
VWheute: Plant die Gruppe noch weiter Zukäufe und laufen bereits Verhandlungen?
Heinz-Peter Roß: Viridium wird mit dem Erwerb von Protektor die insgesamt dritte Akquisition abschließen. Da unser Geschäftsmodell auf Skaleneffekten aus der Verwaltung eines möglichst großen Policenbestands basiert, wollen wir auch über den Protektor-Bestand hinaus weiter wachsen. Wir führen deshalb kontinuierlich Gespräche mit den unterschiedlichsten Marktteilnehmern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Akquisitionen nur äußern, wenn es Fakten zu kommunizieren gibt.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Heinz-Peter Roß (Quelle: Viridium Gruppe)
BaFin · Lebensversicherungsverträge · Sicherungsfond Protektor · Viridium
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