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Botermann: Keine "Fummelei an Solvency II"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Gesellschaften des Versicherungskonzerns Alte Leipziger – Hallesche erfüllen die Solvency II-Anforderungen auch ohne Übergangshilfen weit über und wollen dies im Vertrieb auch kundtun. "Skurril" findet man in Oberursel die Vorstellung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), nicht mit den neuen Eigenkapitalkennziffern vertrieblich zu werben.
Ohne Volatility Adjustment (VA) und Rückstellungstransitional kommt die Alte Leipziger Leben zum Bilanzstichtag 2016 auf 289 Prozent, die Hallesche Kranken auf 677 Prozent und die kleine Sachgesellschaft auf 260 Prozent. Würden die Übergangsmaßnahmen in Anspruch genommen, hätten der Lebensversicherer eine Quote von 570 Prozent und der Krankenversicherer von 1.193 Prozent. Für eine Inanspruchnahme "haben wir keinen Antrag gestellt", sagte Vorstandschef Walter Botermann. Schließlich sei die Solvenzquote des Lebensversicherers auch bei Proberechnungen im Vorfeld nie unter 150 Prozent gefallen.
Bei einer Absenkung der Ultimo Forward Rate auf 4,05 (4,2) Prozent schon 2018, wie jetzt von der Eiopa beabsichtigt, würde der Lebensversicherer immer noch überdurchschnittlich abschneiden, so Botermann in der Bilanzpressekonferenz. Er lehne diese "Fummelei an Solvency II" aber ab, weil es "keine vertrauensbildende Maßnahme" sei. Und er fürchtet, dass Eiopa mit solchen Schritten zur Entstehung von Oligopolen beitragen könnte.
Mit der eigenen Eigenkapitalstärke, die aus jahrelangem Reserveaufbau, dem bei der Lebensversicherung aus dem hohen Anteil von Policen mit Kapitalauszahlung und dem Kapitalanlagenmix resultiert, will Botermann unter anderem bei Ausschreibungen für die betriebliche Altersvorsorgegeschäft punkten.
Im bAV-Geschäft liegt der eigene Marktanteil mit rund acht Prozent (Neugeschäft) mehr als doppelt so hoch wie der AL-Anteil an der gesamten Lebensversicherung. "Bei den Ausschreibungen sind wegen der Solvabilität viele der früher schwierigen Konkurrenten nicht mehr dabei", so Botermann. Den Vertreib schule man, damit er die Bilanzen und die Eigenkapitalstärke richtig verstehen könne.
Auch 2016 stockte der Lebensversicherer das Eigenkapital um 44 (75) Mio. Euro aus dem Brutto-Rohüberschuss von 348 (487) Mio. Euro auf 844 Mio. Euro auf. Die Hallesche erhöhte ihr Eigenkapital auf 337 (309) Mio. Euro. Die Alte Leipziger konnte 2016 ihr Rekordniveau im Neugeschäft nochmals um ein Prozent auf 921 Mio. Euro verbessern. 30 Prozent des Neugeschäfts entfiel auf die bAV. Damit legten die Betiträge um 0,7 Prozent auf 2,34 Mrd. Euro zu. Die Hallesche baute das Neugeschäft um 57 Prozent auf 3,8 Mio. Euro Monats-Soll-Beitrag aus. Die Zahl der Vollversicherten nahm jedoch erneut leicht ab. (lie)
Bild: Walter Botermann (Quelle: lie)
Alte Leipziger-Hallsche · Walter Botermann
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