Politik & Regulierung

Aon: "Bedrohung durch IS und Al-Kaida nimmt zu"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Terroranschläge weltweit um 14 Prozent auf 4.151 (2015: 3.633). Vor allem in den westlichen Ländern wurden in 2016 insgesamt 96 Anschläge (2015: 35) verübt. Dies entspricht einem Anstieg von 174 Prozent, konstatiert der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions. Vor allem in den USA habe es die meisten terroristischen Anschläge seit einem Jahrzehnt gegeben.
Im Fokus standen laut Aon im vergangenen Jahr vor allem Öl- und Gasgesellschaften: Insgesamt 41 Prozent aller Terroranschläge wurden auf solche Unternehmen verübt. Dabei setze sich dieser Trend auch in diesem Jahr weiter fort. Ganz oben auf der Liste stehen nach Angaben des Versicherungsmaklers Nigeria und Kolumbien. Dabei ließen vor allem Anschläge im Niger-Delta in der ersten Hälfte des Jahres 2016 die nigerianische Ölproduktion um 36 Prozent fallen, konstatiert Aon. Zudem seien vor allem Saudi-Arabien, Iran, Russland, Venezuela und die USA für entsprechende Produktionsrückgänge anfällig.
Laut Aon bleiben die politischen Risiken hingegen vor allem im Nahen Osten und in Afrika weiterhin hoch. So hätten Reformen und wirtschaftliche Anpassungen zwar die Belastbarkeit der Länder dieser Regionen verbessert. Dennoch würden vor allem die Energiemärkte weiter die wirtschaftlichen Risiken dieser Länder beeinflussen. Zwar würde eine erwartete Stabilisierung der Öl- und Gaspreise den wirtschaftlichen Druck für die Erzeugerländer lindern, ihn aber nicht beseitigen.
Zudem seien auch offene Handelsnationen wie Chile, Kolumbien, Hongkong, Malaysia, Singapur und Taiwan aufgrund der Abhängigkeit von den USA und anderen Handelspartnern einem erhöhten politischen Risiko ausgesetzt, ergänzt Aon. Dabei seien Mexiko und die Philippinen anfälliger für Beschaffungsrückgänge, wenn sie aufgrund von Handelsbeschränkungen auftreten. Brasilien, Indien, Indonesien und Nigeria sind laut Aon aufgrund der großen Volkswirtschaften jedoch belastbarer, weil sie weniger exportabhängig seien.
Die dichteste Konzentration an "hohen" bis "ernsthaften" Risikoeinstufungen, haben demnach die Länder im Nahen Osten und in Nordafrika. Höhere politische Risiken und mehr politische Gewalt - zum Beispiel im Irak, in Syrien, Jemen und Libyen - könnten auf deren Nachbarn übergreifen sowie den Handel und Tourismus untergraben. Zudem prognostiziert Aon aufgrund der Gebietsverluste für den IS im Irak und in Syrienbedrohliche Auswirkungen auf Dutzende von Ländern in der Region, die darüber hinaus besonders in Europa und Asien zu einer Zerstreuung des Dschihad-Netzwerkes führen würden.
"Besonders durch den sogenannten Islamischen Staat und durch Al-Kaida nimmt die Bedrohung zu. Und wegen der unterschiedlichen Taktiken und Tötungsabsichten der Terroristen sind immer mehr Bereiche in immer mehr Ländern betroffen", betont Ina Straub, Terrorexpertin von Aon Risk Solutions in Deutschland. "In diesem Jahr müssen Unternehmen allerdings auch Strategien entwickeln, um den zunehmenden geschäftsbedrohenden Risiken aus dem geopolitischen Bereich zu begegnen. Der autoritäre Nationalismus ist auf dem Vormarsch – und damit das Risiko von zwischenstaatlichen Krisen und Konflikten, Putschen und Rebellionen sowie politischen Risiken", ergänzt die Expertin. (vwh/td)
Bild: Ina Straub, Terrorexpertin von Aon Risk Solutions in Deutschland (Quelle: Aon)
Risiken · Aon Risk Solutions · Terror
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