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Alternative Investitionen sind kein Feuerwerk

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Viel Wille, wenig Möglichkeiten", so könnte man die aktuelle Situation rund um das Thema Infrastrukturinvestitionen zusammen. Zwar macht die öffentliche Hand Druck, um Investoren für Infrastrukturprojekte zu finden, sie baut aber auf der anderen Seite immer neue Hürden auf. Nach Ansicht von Kurt Mitzner, Partner der Deloitte Consulting, ist das Volumen in Europa und insbesondere auch in Deutschland noch immer zu klein.
Einen Grund dafür sieht er im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Tagung "Alternative Investments – Feuerwerk oder Strohfeuer" in dem "regulatorischen Wahnsinn". Die Vorschriften nach Solvency II für Investitionen der Versicherungen in Alternative Investments sind nach seinen Worten "faszinierend“ und für kleine und mittlere Unternehmen mangels Ressourcen an Personal und Qualifikationen bzw. Knowhow sowie angesichts der Kosten kaum zu erfüllen. Die Versicherer selbst scheiterten hingegen oft schon an der Frage: "Wie komme ich an die Assets?" Daniel Graf von der Schulenburg von der 3i Group in London zeigte anhand des weltweiten "dry powder" - also des nicht investierten Kapitals - von 144 Mrd. Pfund, wie schwierig das ist.
Auch wenn bei den Alternativen Investments noch kein Feuerwerk ausgebrochen sei, wollen die Experten dennoch kein Strohfeuer ausmachen. Der Vertreter der Nord/LB verwies jedoch auf die immer noch vorhandene Skepsis gegenüber Banken und anderen Investoren. Die meisten Projektentwickler in Deutschland kämen aus dem Mittelstand und zeigten sich gegenüber großen Playern eher reserviert.
Sebastian Karger von der VHV-Tochter Wave Management AG plädierte für einen stärkeren Schulterschluss von Versicherungen und Banken. Allerdings zögerten die Versicherungen gegenüber den Banken mit ihrem großen Know-how, die Rolle eines Juniorpartners einzunehmen. Der Lernprozess in Sachen Partnerschaft von Versicherungen und Banken sei noch nicht zu Ende.
Für Versicherer sind Alternative Investments nicht nur vor dem Hintergrund der anhaltenden Niedrigzinsphase überaus wichtig. Zwar spielen die höheren Renditen durchaus eine starke Rolle, nicht weniger bedeutsam ist aber der Wunsch nach Diversifikation der Kapitalanlagen. Daher würden laut Karger selbst bei wieder steigenden Zinsen Alternative Investments für Versicherungen wichtig bleiben. Dies gelte auch vor dem Hintergrund der wegen der großen Nachfrage gesunkenen Renditen von Alternativen Anlagen.
Inzwischen sind zudem Bestrebungen der Regulierungsbehörden im Gange, kleinen und mittleren Versicherungsunternehmen bessere Anlagemöglichkeiten zu verschaffen und die EU-Investitionsoffensive im Bereich Infrastruktur zu unterstützen. Daher werden jetzt sogenannte qualifizierende Infrastrukturinvestitionen privilegiert, Sie müssen nur zu 30 statt 49 Prozent mit Eigenmitteln unterlegt werden. Doch auch in diesen Fällen gilt es, einen umfangreichen Katalog abzuarbeiten, um begünstigt zu werden.
Dies ist laut Mitzner kaum zu schaffen. Zur Problemlösung gibt es aber inzwischen kompetente spezialisierte Anbieter. Das Outsourcing von Asset Management ist in Deutschland zwar im Kommen, weil es preiswerter ist, die Wertschöpfungstiefe der Versicherungen liegt aber mit 80 Prozent im Vergleich mit anderen Branchen und Ländern wie Großbritannien sehr hoch. (cs)
Bildquelle: Fotolia
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