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Allianz trimmt Pimco auf Erfolg und investiert in Autobahn

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Eigentümerin des italienischen Autobahnbetreibers, die börsennotierte Atlantia, will sich von 15 Prozent ihrer Anteile trennen. Drei Käufer mit je fünf Prozent sollen laut Reuters zum Zug kommen, darunter die Allianz Capital Partners, die Infrastruktur-Tochter des Konzerns. Eine andere Tochter verbucht ebenfalls Erfolge. Die US-Fondsgesellschaft Pimco kann wieder den größten aktiv verwalteten Anleihefonds der Welt ihr Eigen nennen.
Die Allianz-Tochter eroberte den Titel zurück, nachdem der Pimco Income Fonds im März auf 79,1 Mrd. US-Dollar verwaltetes Vermögen anstieg. Damit überholte er den MetWest Total Return Bond Fund der TCW Group mit einem Volumen von 78,9 Mrd. Dollar. Laut Daten von Bloomberg vom Ende Februar 2017 ist Pimco insgesamt der drittgrößte Anleihenfonds weltweit.
Pimco wurde vor 40 Jahren von Bill Gross gegründet, der die Investmentgesellschaft auch nach dem Verkauf an die Allianz im Jahr 2000 lange erfolgreich weiterführte. Doch im September 2014 hatte er das Haus im Streit verlassen und bei dem viel kleineren Konkurrenten Janus angeheuert. Es kam zu hohen Mittelabflüssen bei Pimco. Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Allianz 81 Mio. Dollar an Gross als Entschädigung überweist. Gross hatte seinen ehemaligen Arbeitgeber ursprünglich auf 200 Mio. Euro verklagt, weil er seiner Ansicht nach unrechtmäßig aus dem Unternehmen gedrängt worden sei.
Die guten Renditen, die Pimco vor seiner Krise abwarf, holt sich die Allianz inzwischen bei alternativen Investments und Infrastruktur-Projekten. Anfang des Jahres waren 70 Wind- und sieben Solarparks in sieben Ländern im Bestand der Allianz Capital Partners (ACP). Konzernchef Oliver Bäte würde hierzulande auch vermehrt investieren, vor allem in die Infrastruktur.
"Nicht weniger als 3,3 Billionen US-Dollar pro Jahr oder 3,8 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts müssten bis 2030 in Infrastrukturprojekte weltweit investiert werden, um mit dem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum Schritt zu halten", schrieb Bäte kürzlich im Handelsblatt.
In Deutschland ist die Allianz über ihre Tochter ACP bereits am heimischen Raststättenbetreiber Tank & Rast beteiligt. Sollte der Bund eine private Autobahngesellschaft gründen, wäre die Allianz wohl sicher eine der ersten Interessenten. Der von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble präferierte Verkauf von Anteilen an einer Autobahngesellschaft in privatwirtschaftliche Hände wurde im vergangenen Jahr verworfen.
Wohl mit ein Grund, warum die Allianz Capital Partners nun ein Konsortium mit einem weiteren europäischen Investor anführt, das fünf Prozent an Autostrade per l'Italia erwerben will. ACP, die etwa zwei Drittel an dem Konsortium hält, werde rund eine halbe Mrd. Euro in die Autostrade investieren, zu der mehr als 3.000 Kilometer Maut-Schnellstraßen in Italien gehören. (vwh/dg)
Bildquelle: Olaf Schneider / PIXELIO / www.pixelio.de
Infrastruktur · Allianz · Pimco
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