Köpfe & Positionen

Freis: "Provisionsreduzierungen sind 2017 zu erwarten"

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Das Jahr 2016 war für die Finanzvermittler kein schlechtes: OVB, MLP und die DVAG erzielten gute Ergebnisse – sogar Rekorde, berichtete VWheute. Die OVB wuchs um fast 18 Prozent, besonders in Regionen, die als wirtschaftlich labil gelten. Anlass genug, den OVB-Vorstandschef Mario Freis nach den Gründen zu fragen und mit ihm einen Blick in die Zukunft zu werfen.
VWheute: Herr Freis, Ihre Zahlen sind gut. Wie erklären Sie sich den Erfolg – besonders in Süd- und Westeuropa, die ja gerade wirtschaftlich eher schwierige Zeiten durchleben?
Mario Freis: Aus unserer breiten europäischen Aufstellung mit 14 Ländermärkten generieren wir Chancen. In Spanien, Österreich und Italien konnten wir ein zweistelliges Umsatzwachstum verbuchen. Basis für diese guten Ergebnisse ist die Steigerung der Zahl unserer hauptberuflichen Finanzvermittler: Zum Jahresende 2016 waren 728 Finanzvermittler und damit 9,3 Prozent mehr als im Vorjahr für uns tätig (Vorjahr: 666).
VWheute: In Deutschland liegt das Geschäft ungefähr auf Vorjahresniveau, trotz minimalem Kunden- und Vermittlerverlust. Was erwarten Sie für das kommende Jahr für Deutschland? Für die Gruppe erwarten sie 2017 ja ein "operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau".
Mario Freis: Das erwartete Wirtschaftswachstum, eine günstige Lage am Arbeitsmarkt sowie niedrige Zinsen sollten die finanzielle Situation der privaten Haushalte in Deutschland positiv beeinflussen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld dämpft jedoch die Motivation der Verbraucher für eigenverantwortliches Vorsorgesparen erheblich – dabei wäre es dringend notwendig. Auch 2017 dürften die privaten Haushalte dem Konsum eine höhere Bedeutung beimessen als der Bildung von Rücklagen und der langfristigen Vorsorge. Deshalb wird OVB ihre vertrieblichen Aktivitäten weiter intensivieren. Da aber weitere Provisionsreduzierungen im Rahmen des LVRG zu erwarten sind, geht OVB für das laufende Geschäftsjahr von einem Umsatz geringfügig unter Vorjahresniveau und einem leicht unter dem Vorjahr liegenden operativen Ergebnis aus.
VWheute: OVB will "in die Stärkung der Zukunftsfähigkeit" investieren. Was bedeutet das konkret? Ausbildung für Mitarbeiter, Online-Vertrieb, Kooperationen oder eine Beteiligung an einem Fintech? Lassen Sie bitte unsere Leser an der Zukunft von OVB teilhaben.
Mario Freis: Wie jeder Marktteilnehmer sind wir dabei, den Digitalisierungsgrad unserer Geschäftsprozesse weiter zu erhöhen. Dabei spielt das Thema Dunkelverarbeitung wie auch die weitere Modernisierung der Vertriebsunterstützung eine bedeutende Rolle. Ziel ist es unter anderem, unsere Stärke, den vertrauensvollen und persönlichen Kontakt zu unseren Kunden mit den aktuellen technischen Möglichkeiten zu kombinieren. Selbstverständlich zählen auch weitere Investitionen in Online-Marketing dazu.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Maximilian Volz.
Bild: Mario Freis (Quelle: OVB)
OVB · Mario Freis
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