Schlaglicht

Welchen Kurs bestimmt der neue W&W-Kapitän?

Von Maximilian VolzTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Seit April 2016 ist Jürgen Albert Junker im Vorstand der Wüstenrot & Württembergische, seit Jahresbeginn CEO. Heute wird er seine erste Bilanz-Pressekonferenz als Chef des Unternehmens leiten – VWheute wird vor Ort sein. Die Zeichen deuten darauf hin, dass es Erfreuliches zu präsentieren gibt. Sein Vorgänger und GDV-Präsident Alexander Erdland hat ein intaktes und funktionales Haus hinterlassen.
Auf der Bilanzpressekonferenz kann Junker zeigen, ob es ihm in seinen ersten elf Monaten gelang, eigene Akzente zu setzen. Den Fokus will der gelernte Bank- und Diplom-Kaufmann auf den Vertrieb legen. Insbesondere die Steuerung der Vertriebswege und Digitalisierungsthemen liegen Junker am Herzen, der sein Handwerk unter anderem als Senior Manager Financial Services beim amerikanischen Finanzdienstleister Perot Systems erlernte.

Solide finanzielle Grundlage für kommende Aufgaben

Der Boden für eine erfolgreiche Tätigkeit ist gelegt, im Jahr 2015 erzielte die Gruppe mit 274,3 Mio. Euro das höchste Ergebnis der Firmengeschichte. Zudem konnten in den ersten neun Monaten des Vorjahres weitere Zuwächse im Neugeschäft erzielt werden. Im Bereich Bausparen wurde nach Unternehmensangaben ein Wachstum gegen den Trend erreicht.
Welchen Weg Junker einschlagen wird, ist eine der spannenden Fragen der heutigen Pressekonferenz. Einen Vorgeschmack liefert das Unternehmen bereits im Januar mit dem Erwerb von 75 Prozent der Anteile am Start-Up Treefin, das mit einer All-Finanzlösung-App die Verwaltung von Finanzen und Verträgen in einem Portal ermöglicht.
Eine weitere Aufgabe wird die Weiterführung der Wachstums- und Digitalisierungsstrategie "W&W@2020" und die Fertigstellung des über 400 Mio. Euro teuren Campus in Kornwestheim sein, auf dem im Jahr 2023 rund 1.200 W&W-Angestellte die Zukunft des Konzerns prägen sollen. Viel Arbeit für Junker, dem aufgrund seiner Zeit als Vorstand für Vertrieb und Beteiligungen bei der VHV das Management von Großprojekten nicht fremd sein dürfte.

Der Kapitän bestimmt den Kurs

Das Ziel von Junker kann es nicht sein, seinen Vorgänger auf dem Chefsessel zu übertreffen, schließlich gelang Erdland in seiner zehnjähriger Amtszeit der Aufbau von mehr als einer Milliarde Euro Eigenkapital sowie eine Verzwölffachung des durchschnittlichen Jahresergebnisses. Vielmehr muss er eigene Akzente setzen und das Unternehmen in neue digitale Zeiten führen. Wer nicht glaubt, dass das trotz guter Zahlen schwierig sein kann, sollte mal bei Oliver Bäte nachfragen.
Die eigene Belegschaft, die stark in der Gewerkschaft organisiert ist, von notwendigen und vielleicht schwierigen Schritten in Richtung Digitalisierung zu überzeugen und gleichzeitig an den guten Ergebnissen des Vorgängers gemessen zu werden, ist nicht einfach. Allerdings ist das zu steuernde Schiff im Gegensatz zu manch anderem Versicherer kein Sanierungsfall. Im Schiffsbauch ruhen ausreichend Reserven, um eigene Pläne anzugehen und umzusetzen. Es ist jetzt am neue Kapitän und seiner bewährten Vorstandscrew, den richtigen Kurs zu bestimmen. (vwh/mv)
Bild: Jürgen Albert Junker (Quelle: W&W)
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Weitere Schlaglichter bei VWheute:

Die Deutschlandtochter der Generali hat das abgelaufene Geschäftsjahr mit einem Rekordgewinn vor Steuern und Zinsen abgeschlossen. So verbuchte der Versicherer nach eigenen Angaben einen Gewinnzuwachs von sieben Prozent auf 847 Mio. Euro (2016: 792 Mio.). Deutschland-Chef Giovanni Liverani zeigt sich mit dem Weg zufrieden, den sein Konzern genommen hat.
Wichtiger als die Chemie- oder die Elektrobranche ist die Versicherungswirtschaft für Deutschland, sie ist ein Wachstumstreiber. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie der Prognos AG "Die Bedeutung der Versicherungswirtschaft für den Wirtschaftsstandort Deutschland", welche der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben hat.
"Viele Versicherer wollen die Systeme an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen und halten an alten Denkmustern fest. Das führt zu erheblichem Mehraufwand und Mehrkosten", erklärt Michał Trochimczuk im Exklusiv-Interview mit VWheute. Der Managing Partner bei Sollers Consulting erklärt, warum die meisten IT-Projekte der Versicherer scheitern. "Für den Erfolg ist mehr Verantwortung und Engagement von Seiten des Topmanagements erforderlich."
Wüstenrot · W&W · Würtembergische · Jahreszahlen
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