Politik & Regulierung

Laserbehandlung: Kosten-Lawine bedroht PKV

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Fehlsichtigkeit auf beiden Augen von minus Drei bzw. minus 2,75 Dioptrien eine Krankheit darstellt. Die PKV muss bei Vorliegen weiterer nicht näher erläuterten Voraussetzungen die nicht unerheblichen Kosten einer Laseroperation tragen. Für den BGH liegt bei den genannten Werten eine Krankheit im Sinne der Musterbedingungen für die Krankheitskosten- und Krankenhaustagegeldversicherung vor.
Geklagt hatte eine Frau, die eine solche Operation hatte durchführen lassen und die Erstattung der dafür angefallenen Kosten in Höhe von rund 3.500 Euro in Rechnung gestellt bekam. In den Vorinstanzen war die Klägerin gescheitert, die Gerichte hatten betont, dass es an einer bedingungsgemäßen Krankheit fehle, das Tragen einer Brille sei daher zumutbar.
Der Bundesgerichtshof hat klargestellt, dass es für den Krankheitsbegriff in Allgemeinen Versicherungsbedingungen nicht auf das Verständnis in medizinischen Fachkreisen, sondern auf das Verständnis eines durchschnittlichen Versicherungsnehmers ankommt.
Dieser gehe davon aus, dass zum Normalzustand der Sehfähigkeit ein beschwerdefreies Lesen und eine gefahrenfreie Teilnahme am Straßenverkehr gehört, sagt der BGH. Zur Prüfung der Frage, ob die durchgeführte Operation eine medizinisch notwendige Heilbehandlung darstellt, wurde der Fall an das Berufungsgericht verwiesen. (vwh/mv)
Bild: Bundesgerichtshof (Quelle: BGH)
PKV · BGH · Operation · Laser
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