Köpfe & Positionen

Axa-Chef Buberl: "Sieg von Le Pen wäre ein Desaster"

Von David GorrTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Nach dem Brexit könnte der Frexit folgen – eine Katastrophe für den französischen Versicherungsriesen Axa. Kandidatin Marine Le Pen will die Wiedereinführung des Franc, den Austritt aus der EU und einen Einwanderungsstopp. Konzernchef Thomas Buberl hofft auf Emmanuel Macron und François Fillon. Deren "Wirtschaftsagenden sind in mehreren Punkten ziemlich ähnlich. Beide wären gut für Frankreich", sagt er dem Magazin Bilanz.
Laut Medienberichten gab es Spekulationen, dass François Fillon dem ehemaligen Axa-Chef Henri de Castries einen hohen Regierungsposten angeboten haben soll. Seitdem wird der frühere Topmanager als Superminister für Wirtschaft und Finanzen oder gar als französischer Premierminister gehandelt. Thomas Buberl ist im letzten Jahr zum Nachfolger von de Castries als Axa-Chef gekürt wurden. Buberls Sorgen bezüglich der Präsidentschaftswahl in Frankreich sind berechtigt.
Marine Le Pen vom Front National geht als Favoritin in den ersten Wahlgang vom 23. April. "Wenn sie gewählt wird und das umsetzt, was sie angekündigt hat, wäre es ein Desaster", sagt Buberl. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird im ersten Wahlgang kein Kandidat das absolute Mehrheit erreichen. Die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen treten damit am 7. Mai zur Stichwahl an.
Fillon verfolgt eine Austeritätspolitik mit Ausgabenkürzungen und Steuererleichterungen – zunächst für Unternehmen auf 25 Prozent und später auch für sehr Wohlhabende sowie den Mittelstand. Die öffentlichen Ausgaben sollen in seinem Programm von 57 Prozent des BIP auf unter 50 Prozent bis 2019 gesenkt werden, fasst der Asset-Manager Amundi die Agenda zusammen. Fillon plant unter anderem ein 100 Mrd. Euro schweres Sparprogramm, inklusive der Kürzung von 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst und der Rückkehr zur 39-Stunden-Woche.
Emmanuel Macron möchte dagegen die Besteuerung der Löhne senken und Steuern auf bewegliche Vermögenswerte erhöhen. Laut Amundi sei sein Ziel, das Budgetdefizit über die kommenden fünf Jahre unter drei Prozent und die Arbeitslosigkeit unter sieben Prozent zu drücken. Zudem plane er zur Stärkung des privaten Sektors Investitionen im Umfang von 50 Mrd. Euro unter anderem in die digitale Technologie, die Verkehrsinfrastruktur und die Energiewende. (dg)
Bild: Seit September 2016 ist Thomas Buberl Chef des französischen Konzerns Axa. (Quelle: ak)
Axa · Thomas Buberl
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