Politik & Regulierung

Frankfurter Börse bleibt Einzelkind

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die EU-Kommission sagt die Fusion zwischen Frankfurter und Londoner Börse ab. Es entstünde eine zu große Marktmacht im Bereich Clearing-Geschäft, einer Variante des Kompensationsgeschäftes, so die Begründung der Marktwächter. Damit ist die von Experten mit 25 Mrd. Euro geschätzte Fusion endgültig vom Tisch.
Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betont besonders den Erhalt gut austarierter Finanzmärkte. Eine Fusion hätte aus ihrer Sicht den "Wettbewerb erheblich eingeschränkt". In den letzten Monaten waren immer wieder Off- und-On-Gerüchte einer Fusion aufgekommen. Der Brexit dürfte für das Projekt nicht förderlich gewesen sein. Als Standort in Deutschland wäre Frankfurt das Ziel der Wahl gewesen.
Die Frankfurter Börse und Fusionen, dass passt scheinbar nicht zusammen. Bereits im Jahr 2000 scheiterte der Plan zu einer Fusion mit den Londonern an mangelnder Unterstützung in der Branche und von Politik. Fünf Jahre später verhinderten nach einer dpa-Meldung angelsächsische Hedgefonds den Zusammenschluss und kosteten Werner Seifert, damals der Boss der deutschen Börse, den Job. Den Absage-Hattrick vervollständigt heute die EU-Kommission. Bereits in Vergangenheit scheiterte eine Fusion mit der New York Stock Exchange.
Philipp Häßler, Analyst von Equinet, bedauert die Entscheidung. Eine Fusion wäre für Anleger eine gute Nachricht gewesen. Die Frankfurter Börse sei aber auch so für künftiges gut aufgestellt. (vwh/mv)
Bild: Handelssaal Frankfurter Börse (Quelle: Deutsche Börse)
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