Märkte & Vertrieb

Studie wirft BU-Versicherern Marktversagen vor

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Etwa ein Viertel aller Deutschen hat derzeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Eine Studie des Informationsdienstleisters PremiumCircle Deutschland wirft den BU-Versicherern hingegen vor, dass Versicherungen im Zweifel fast immer eine Möglichkeit finden, die Zahlung zu verweigern. Dies berichtet das Journalisten-Netzwerk correctiv. So könne weder der Kunde noch der Vermittler abschätzen, ob der Versicherer tatsächlich zahle.
Demnach kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Anerkennung einer Berufsunfähigkeit je nach Versicherer sehr schwanke. Demnach würden manche BU-Versicherer jeden siebten Antrag auf Berufsunfähigkeit ab, andere dagegen jeden zweiten. Auslöser der Studie seien laut Bericht mehrere Hundert schwammige Begriffe in den Verträgen der Versicherer und intransparentes Leistungsverhalten der einzelnen Versicherungen. Die Bürger seien "faktisch orientierungslos", wird Claus-Dieter Gorr von PremiumCircle zitiert.
Auch bei Gerichtsentscheidungen fallen die Urteile laut Untersuchung sehr unterschiedlich aus. Während manche Versicherer alle Klagen gewinnen, verlieren andere etwa 80 Prozent der Verfahren. "Die richtige Versicherung zur Berufsunfähigkeit abzuschließen, gleicht einem Würfelspiel", ergänzt Gorr.

GDV bezeichnet Studie als "nicht aussagekräftig"

Der Branchenverband GDV bezeichnete die Unterschiede zwischen einzelnen Versicherern in einer Stellungnahme jedoch als "nicht aussagekräftig". "Diese Argumentation ist abwegig", wird zudem GDV-Geschäftsführer Peter Schwark zitiert. Die Versicherer müssten solche "unbestimmten" Begriffe verwenden, weil Berufsunfähigkeitsversicherungen auch in 30 Jahren noch Bestand haben müssen. "Versicherungen nutzen solche Dinge nicht willkürlich, um Kunden auflaufen zu lassen", so Schwark. Zudem wirft er dem Studienautor vor, eigene finanzielle Interessen verfolgen. Demnach sei eine solche Studie zu veröffentlichen, um einen Markt für seine Beratungsleistungen zu schaffen, kritisiert der Verband weiter.
Dabei verweist der GDV auf eine hauseigene Statistik: Demnach würden 77 Prozent aller Leistungsanträge angenommen. Die Ablehnungsquote liege bei lediglich 15 Prozent. Acht Prozent der Anträge würden nicht weiter verfolgt. (vwh/td)
Bildquelle: Paul-Georg Meister / PIXELIO (www.pixelio.de)
GDV · Berufsunfähigkeitsversicherung · correctiv
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