Politik & Regulierung

Versicherungsbranche bildet weniger Nachwuchs aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Zahl der Beschäftigten in der Versicherungsbranche ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Laut AGV ist die Gesamtzahl der Mitarbeiter in den Versicherungsunternehmen im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 207.200 Beschäftigte gesunken. Auch die Zahl der Auszubildenden ist weiter rückläufig. Größter Versicherungsstandort in Deutschland bleibt hingegen weiterhin die bayerische Landeshauptstadt München.
So ist nach AGV-Angaben die Zahl der Innendienst-Mitarbeiter erstmals seit zwei Jahren wieder um 0,9 Prozent bzw. um 1.400 Mitarbeiter zurückgegangen. Im Außendienst fiel der Rückgang noch stärker aus: Hier sank die Zahl der Mitarbeiter im Vergleich zu 2015 um 3,5 Prozent bzw. 1.300 Mitarbeiter. Für das laufende Jahr rechnet der AGV zudem mit einem weiteren Rückgang der Beschäftigten auf dem Niveau des Vorjahres.
Damit scheinen die Zahlen des Arbeitgeberverband den Trend zum Personalabbau in den Konzernzentralen der Versicherer augenscheinlich zu bestätigen. So hatte Axa-Chef Alexander Vollert erst vergangene Woche angekündigt, bis 2020 rund 800 Vollzeitstellen streichen zu wollen. Das Ziel: Einsparungen von jährlich 180 Mio. Euro. Auch die Zurich führt ihren Gewinnsprung im Jahr 2016 auf das konzerneigene Sparprogramm nebst Personalabbau zurück.

Versicherer bilden weniger aus

Zudem scheinen die Versicherer weiterhin zunehmend weniger Nachwuchs auszubilden. Nach Angaben des AGV ging die Zahl der Auszubildenden in den Unternehmen von 11.900 im Jahr 2015 auf 11.400 leicht zurück. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze in den Agenturen sank laut Arbeitgeberverband von 2.480 im Jahr 2015 auf 2.300.
Demnach sei die Quote der Auszubildenden in den Versicherungsunternehmen von 5,7 Prozent auf 5,5 Prozent gesunken. Die Ausbildungsquote inklusive der Azubis in den Agenturen ging von 6,8 Prozent auf 6,5 Prozent zurück.

München bleibt die Nummer eins in Deutschland

Keine Veränderung gibt es hingegen bei der Beliebtheit der Versicherungsstandorte in Deutschland. Demnach ist München nach Angaben des AGV weiterhin die Nummer eins mit 33.240 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Auf den weiteren Plätzen Köln (25.060), Hamburg (21.100), Hannover (12.150), Stuttgart (11.200), Düsseldorf (11.130) und Berlin (10.750).
Gleichzeitig verzeichnet der AGV deutliche regionale Unterschiede beim Wachstum und Rückgang der Beschäftigungszahlen. So ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Angestellten im Vergleich zu 2015 sowohl in Nürnberg (-3,5 Prozent) als auch in Düsseldorf (-3,4 Prozent), Köln (-2,9 Prozent) und Karlsruhe (-2,2 Prozent) gesunken.
Demgegenüber verzeichneten Dortmund (+1,0 Prozent) und München (+0,9 Prozent) einen Anstieg der Beschäftigtenzahlen. Der stärkste Zuwachs in 2016 entfiel auf die Hansestadt Hamburg mit einem Plus von 2,2 Prozent. (vwh/td)
Bildquelle: Tintenklex-Poing / PIXELIO (www.pixelio.de)
AGV · Versicherungsstandort
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