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Gericht urteilt im jahrzehntelangen Erbstreit bei der Arag

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der jahrzehntelange Erbstreit beim Rechtsschutzversicherer Arag steht offensichtlich vor dem Abschluss. Wie das Finanzmagazin Euro am Sonntag unter Berufung auf eine Sprecherin des Landgerichts Düsseldorf berichtet, soll nun am 5. April 2017 eine Entscheidung verkündet werden. Der ursprüngliche Termin am 8. Februar sei wegen Ausscheidens einer Richterin verschoben worden.
Bei dem Familienstreit im Hintergrund des Arag-Konzerns handelt es sich um einen der längsten Rechtsstreitigkeiten in der Geschichte der Bundesrepublik. Hintergrund des Erbstreits ist das Testament des Firmengründers Walter Faßbender aus dem Jahr 1965. Darin wurde Paul-Otto Faßbender (70) als Alleinerbe eingesetzt, da das Unternehmen in einer Hand bleiben sollte. Dessen jüngere Schwester Petra Faßbender (66) sollte dafür einen finanziellen Ausgleich bekommen.
Eigentlicher Streitpunkt der jahrzehntelangen Familienfehde ist hingegen die Höhe des Ausgleichs. So argumentiert Faßbenders Schwester, dass sich das Erbe nur auf die Arag in Deutschland bezogen habe und nicht auf die Firmen-Aktivitäten in den Niederlanden, Belgien und Italien. Von diesem Kuchen forderte sie 15 Mio. Euro. Der Arag-Chef soll ihr hingegen aber sechs Millionen – nach Abzug der Steuern – angeboten haben.
Zudem streiten sich die Kontrahenten auch um die Frage, wie viel die Anteile an dem Konzern wert seien. Ein Sachverständiger hatte bereits vor sieben Jahren die sogenannte Eigenkapitalrendite als Bemessungsgrundlage festgelegt. Diese Größe gibt den Gewinn des Unternehmens im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital an. Sie bestimme den Wert der Anteile "und damit auch, was Herr Faßbender als Ausgleich an seine Schwester zu zahlen hat", wird Karl-Heinz Flaig bei Spiegel Online zitiert. Allerdings scheinen die Meinungen über die Bewertung der Rendite weit auseinander zu gehen.
Dem Arag-Chef selbst jedenfalls schien jüngst nicht mehr an einer weiteren Eskalation in der juristischen Endlosschleife gelegen zu sein: "33 Jahre Prozessdauer. Das ist eine Vergeudung von Ressourcen", erklärte Paul-Otto Faßbender im Oktober vergangenen Jahres: "Es ist Zeit für einen Generalvergleich, damit der Familienfrieden wiederhergestellt wird." (vwh/td)
Bild: Paul-Otto Faßbender, Vorstandsvorsitzender der Arag (Quelle: Arag)
ARAG · Paul-Otto Faßbender
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