Märkte & Vertrieb

"Versicherer treiben vorsätzlich Prämien in die Höhe"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die älter werdende Bevölkerung erschwert die Altersvorsorge – ein alter Hut. Neu ist, dass der Bund der Versicherten der Versicherungsbranche eine vorsätzliche Verschärfung der Situation vorwirft. Die Versicherer würden bewusst übertriebene Lebenserwartungen bei der Kalkulation ansetzen, um die Prämien in die Höhe zu treiben. Axel Kleinlein hält der Branche vor, durch Gier den Menschen eine adäquate Altersvorsorge zu verweigern.
"Die Verbraucher stecken in einer Zwickmühle: Die gesetzliche Rente reicht zur Sicherung des Lebensstandards nicht aus, aber die Angebote der privaten Rente sind zu schlecht, um Abhilfe zu schaffen", kritisiert BdV-Vorstandsprecher Kleinlein. Hauptproblem seien übertriebene Lebenserwartungen, die die Versicherer in der Kalkulation ansetzen und damit die Prämien in die Höhe treiben. Weiter führt der oberste Verbraucherschützer aus: "Nach unseren Berechnungen überzeichnen die Versicherer die Lebenserwartung um mindestens sechs Jahre bis hin zu über zwanzig Jahren".
Der Versicherungsmathematiker Kleinlein kritisiert die Kalkulationsgier der Versicherer scharf: "Die Lebensversicherer kalkulieren mit überzogenen Lebenserwartungen und verhindern so eine effiziente Altersvorsorge. Die Verbraucher haben keine Möglichkeit, mit privaten Rentenangeboten vernünftig zu sparen und auf das Demografieproblem zu reagieren."
Sehr harte Vorwürfe des auch in der Vergangenheit nicht kleinlichen Kleinleins. Wird jemand aus der Branche ein Gegenwort sprechen? (vwh/mv)
Bild: Axel Kleinlein (Quelle: BdV)
Lebensversicherer · Axel Kleinlein
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