Unternehmen & Management

Weniger Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich weniger Unternehmen pleite gegangen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, meldeten die deutschen Amtsgerichte im Jahr 2016 insgesamt 21.518 Unter­nehmensinsolvenzen. Dies entspricht einem Rückgang von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit sank die Zahl der Unternehmenspleiten auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999.
Zudem beziffern die Statistiker die Höhe der Forderungen durch die Gläubiger im vergangenen Jahr auf rund 27,4 Mrd. Euro. Im Jahr 2015 lagen die Außenstände noch bei rund 17,3 Mrd. Euro gelegen. Dabei führen die Statistiker den deutlichen Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Unternehmenspleiten vor allem auf die höheren Insolvenzzahlen wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurück.
Der Kreditversicherer Euler Hermes betonte auf Anfrage von VWheute, dass die Zahl der Schäden durch Unternehmensinsolvenzen in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr erheblich gestiegen seien. Demnach liegen die Schäden in den zwölf Monaten bis Ende August 2016 um fast 50 Prozent höher als im Vorjahr, so der Kreditversicherer.
"Eine Eintagsfliege ist die Entwicklung mit den deutlich höheren Schäden durch große Insolvenzen nicht. Das zeigt auch der weltweite Trend. Auch hier geraten immer mehr große Firmen in einen Abwärtsstrudel. Der daraus entstehende Dominoeffekt ist nicht zu unterschätzen: Je größer die Insolvenz, desto größer der Kreis an Unternehmen, die eventuell mit in den Abwärtsstrudel geraten könnten", betont eine Unternehmenssprecherin.
Im internationalen Verleich steht Deutschland hingegen dennoch recht gut da: "Bei drei der fünf wichtigsten Handelspartner der Deutschen steigen 2016 die Insolvenzen an: In den USA rechnen wir 2017 mit einem Prozent mehr Insolvenzen, in Großbritannien mit einem Anstieg um fünf Prozent. In China sind es sogar zehn Prozent mehr Pleiten, nach einem Plus von bereits 20 Prozent in 2016", so der Kreditversicherer weiter. Während in den Niederlanden die Fallzahlen stagnieren, sind die Insolvenzen nur beim wichtigsten Handelspartner Frankreich rückläufig, ergänzt Euler Hermes.
Damit bestätigen die Statistiker die Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Bürgel zu Beginn dieses Jahres. Demnach gingen die Experten von einem Rückgang der Unternehmensinsolvenzen um 6,2 Prozent auf 21.789 Fälle (2015: 23.222 Insolvenzen) aus. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
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