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Hannover Rück in Spendierlaune

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Für die Hannover Rück war 2016 ein besonderes Jahr. Im 50. Geschäftsjahr schloss der Rückversicherer zum fünften Mal in Folge mit einem Rekordgewinn ab. Daran sollen auch die Aktionäre teilhaben. Sie erhalten eine Rekordausschüttung von 5,00 (Vorjahr: 4,75) Euro je Aktie. Etwas mehr als die Hälfte der Ausschüttungssumme wird der Mutter Talanx zugute kommen. Die Prämieneinnahmen gingen jedoch zurück.
Der Betrag setzt sich aus einer Basisdividende von 3,50 (3,25) Euro und einer Sonderdividende von unverändert 1,50 Euro zusammen. Insgesamt schüttet die Hannover Rück mehr als die Hälfte ihres Gewinns aus, nicht zuletzt um damit den Anstieg des Eigenkapitals zu bremsen. Die Aktionäre können auch für das laufende Jahr mit einer guten Dividende rechnen.
Vorstandschef Ulrich Wallin begründete dies bei der Vorlage der Bilanz 2016 mit den jüngsten Vertragsverhandlungen. Obwohl die Raten weiter unter Druck standen - allerdings moderat - wurde ein erfolgreiches Portfolio in die Bücher genommen. Nach dem Beitragsrückgang im vergangenen Jahr erwartet Wallin 2017 wieder ein Wachtum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Der Konzerngewinn soll erneut über der Milliarden-Euro-Marke liegen.
Trotz der guten Nachrichten aus Hannover lag die Aktie am Mittag entsprechend der Allgemeintendenz leicht im Minus. Begründet wurde dies allerdings auch mit den auf Grund von hohen Schadenabwicklungsgewinnen gehobenen Schadenreserven in Höhe von 800 Mio. Euro. Darin sahen Analysten eine Bilanzverschlechterung. Wallin konterte diesen Vorwurf damit, dass die Reserven nicht abgesenkt, sondern augestockt worden seien.
Im Geschäftsjahr 2016 standen die Raten weiter unter Druck, und das im vierten Jahr in Folge. Nach der Devise "Ertrag ist wichtiger als Wachstum" schrumpften die Prämieneinnahmen brutto um 4,2 Prozent auf 16,4 Mrd. Euro. Die Nettoprämie sank allerdings wegen eines höheren Selbstbehaltes nur um 1,2 Prozent und wäre bei unveränderten Wechselkursen sogar um ein Prozent gewachsen. In der Schaden-Rückversicherung verringerten sich die Brutto-Prämien um 1,4 Prozent auf 9,2 Mrd. Euro, in der Personen-Rückversicherung wegen des Wegfalls einiger Großverträge um 7,5 Prozent auf 7,15 Mrd. Euro.

Höhere Belastung durch Großschäden

Die versicherungstechnische Konzernrechnung wurde erneut durch eine moderate Schadenentwicklung begünstigt. Zwar lag die Großschadenbelastung höher als im Vorjahr, blieb jedoch um 200 Mio. Euro unter dem Budgetansatz. Die Schaden-/Kostenquote lag bei komfortablen 93,7 (94,4) Prozent. Größter Schadenfall waren die Waldbrände in Kanada, die mit 127,9 Mio. Euro netto zu Buche schlugen, gefolgt vom Hurrikan "Matthew" (70,3 Mio. Euro) und dem Erdbeben in Ecuador (58,3 Mio. Euro). Insgesamt wurde ein "abermals starkes" versicherungstechnisches Ergebnis in Höhe von 115,9 Mio. Euro (+23,6 Prozent) erreicht.
Mit dem Kapitalanlageergebnis zeigte sich Wallin vor dem Hintergrund der weiterhin niedrigen Zinsen zufrieden. Allerdings fiel es trotz weiter aufgestockter Kapitalanlagen mit 1,55 Mrd. Euro niedriger aus als im Vorjahr (1,67 Mrd. Euro). Die Rendite der selbstverwalteten Kapitalanlagen lag mit 3,0 Prozent leicht über dem Zielwert von 2,9 Prozent. Für 2017 wurde der Wert weiter auf 2,7 Prozent zurückgenommen. Erneut leicht aufstocken will die Hannover Rück den Aktienanteil von derzeit zwei Prozent: er soll aber drei Prozent nicht überschreiten.
Unter dem Strich weist der Konzern zum dritten Mal in Folge einen Milliardengewinn aus, und zwar von 1,17 (1,15) Mrd. Euro. Dazu steuerte die Schaden-Rückversicherung die Rekordsumme von 949,9 (914,7) Mio. Euro bei. Die Personen-Rückversicherung lieferte dagegen mit 252,9 Mio. Euro weniger ab als im Vorjahr (289,6 Mio. Euro). Begründet wurde dies mit dem Wegfall eines positiven Sondereffektes und Altlasten aus dem US-Mortalitätsgeschäft. (cs)
Bildquelle: Ulrich Wallin (Quelle: Hannover Rück)
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