Köpfe & Positionen

Rürup fordert weitere Rentenreform

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Bundestagswahlen sind zwar erst im September: Dennoch fordert der Ökonom und ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup (73) bereits jetzt eine neue Rentenreform von der künftigen Bundesregierung. So könnte eine Altersversorgung erst dann den Lebensstandard sichern, "wenn sie etwa 70 Prozent des in den letzten Erwerbsjahren bezogenen Nettoarbeitsentgelts ersetzt", schreibt er im Handelsblatt.
Dabei fordert der Ökonom insgesamt drei Reformschritte: Erster Schritt müsste laut Rürup "eine Neuordnung der steuerlichen Kofinanzierung sein. Seit 1957 werden die Ausgaben der Rentenversicherung aus Steuermitteln des Bundes bezuschusst", konstatiert der Ökonom. Zudem sei es "ein Gebot der Ehrlichkeit, sich vom Alibi der versicherungsfremden Leistungen zu verabschieden. Eine saubere Antwort wäre, zu einem Bundesbeitrag in Form eines festen prozentualen Anteils an den Gesamtausgaben überzugehen, was dem Bund auch mehr Mitspracherechte in der Selbstverwaltung geben würde".
Ein weiterer wesentlicher Schritt sei laut Rürup "eine Ausweitung des Versichertenkreises der gesetzlichen Rentenversicherung. Derzeit sind dort im Wesentlichen die abhängig Beschäftigten obligatorisch versichert. Für eine Ausweitung dieses Kreises kann es drei Gründe geben: erstens die Beseitigung unbefriedigter Schutzbedürfnisse und damit der Schutz der Steuerzahler vor einer Finanzierung von Fürsorgeleistungen im Alter, zweitens die Gleichbehandlung aller Erwerbstätigen bei der obligatorischen Alterssicherung und drittens die Verringerung des aus der Bevölkerungsalterung resultierenden Ausgabendrucks".
Darüber hinaus fordert Rürup, "das islang hochgehaltene Äquivalenzprinzip zu lockern und dafür die Rente armutsfester zu machen." Damit könne man den "in der Bevölkerung verbreiteten Ängsten vor einer künftigen Altersarmut zu begegnen und um die Akzeptanz der aus Zwangsbeiträgen finanzierten gesetzlichen Rente zu erhöhen", schreibt der ehemalige Wirtschaftsweise. (vwh/td)
Bild: Bert Rürup (Quelle: brs)
Altersvorsorge · Bert Rürup
Auch interessant
Zurück
05.10.2018VWheute
Bert Rürup und Matthias Wiegel verstärken Perse­phone-Beirat Zwei bekannte Größen stellt der "Vordenker und Ideengeber" im Finanzbereich Persephone …
Bert Rürup und Matthias Wiegel verstärken Perse­phone-Beirat
Zwei bekannte Größen stellt der "Vordenker und Ideengeber" im Finanzbereich Persephone vor: Der Wirtschaftswissenschaftler Bert Rürup und Matthias Wiegel, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Finanzdienstleistung, …
14.08.2018VWheute
Rürup sieht keinen Grund für Renten­alarm wegen Mini-Zinsen Die Niedrigzinsen bedrohen die gesetzliche Rentenversicherung. Das war kürzlich eine …
Rürup sieht keinen Grund für Renten­alarm wegen Mini-Zinsen
Die Niedrigzinsen bedrohen die gesetzliche Rentenversicherung. Das war kürzlich eine Meldung, die von vielen Medien aufgegriffen und heiß diskutiert wurde. Zu Unrecht findet Bert Rürup, die Rente sei wegen der …
23.05.2018VWheute
Die Renten­re­form kommt auf schnelle Füßen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) drückt auf die Tube und will bei den von der Regierung geplanten…
Die Renten­re­form kommt auf schnelle Füßen
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) drückt auf die Tube und will bei den von der Regierung geplanten Rentenreformen schnell vorankommen. Zwei Rentenpakte und obendrein ein umfassendes Rentenkonzept für die Zukunft will er noch in …
20.02.2018VWheute
"Wett­be­werbs­druck zwischen den Kassen wird sinken" Ab 2019 sollen alle Kassenbeiträge nach dem Willen der Großen Koalition wieder je zur Hälfte von…
"Wett­be­werbs­druck zwischen den Kassen wird sinken"
Ab 2019 sollen alle Kassenbeiträge nach dem Willen der Großen Koalition wieder je zur Hälfte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert werden. "Die Folge: Der Wettbewerbsdruck zwischen den Kassen wird sinken, weil die …
Weiter