Unternehmen & Management

Standard Life kauft Fonds-Konkurrent für 4,7 Mrd. Dollar

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Aktiv verwaltete Fonds haben es gegenüber passiven Strategien immer schwerer, der kriselnde Vermögensverwalter Aberdeen Asset Management galt schon lange als Übernahmekandidat. Deren Anteilseigner erhalten je eigener Aktie 0,757 neuer Anteile von Standard Life. Mit dem Zukauf wird der britische Versicherer an der Börse elf Mrd. britische Pfund wert sein und ein Vermögen in Höhe von 660 Mrd. Pfund verwalten.
Die Transaktion soll im dritten Quartal 2017 abgeschlossen werden. Die beiden Unternehmen hätten "unterschiedliche, aber sich ergänzende Strategien", hieß es in einer Mitteilung. Der Schulterschluss biete "eine überzeugende, strategische und finanzielle Logik." Standard Life-Chef Keith Skeoch und Aberdeen-Chef Martin Gilbert sollen als Co-Chefs gemeinsam an der Spitze stehen. Die Hauptverwaltung wird in Edinburgh angesiedelt.
Die beiden Unternehmen wollen durch den Zusammenschluss die Kosten um 200 Mio. Pfund im Jahr senken. Damit dürften auch Arbeitsplätze bedroht sein. Standard Life beschäftigte zuletzt rund 8.300 und Aberdeen Asset Management gut 2.800 Mitarbeiter.
Aberdeen Asset Management leidet seit Jahren unter erheblichen Abflüssen von Kundengeldern. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf Geldanlagen in Schwellenländern. Durch den Siegeszug der börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und anderer passiver Investmentstrategien, die Indizes und Marktbarometer nachbilden, haben es viele Fondsanbieter schwer. Konkurrenten wie Henderson und Janus haben sich bereits im vergangenen Jahr zu einer Fusion entschlossen.
Standard Life hat in den vergangenen Jahren versucht, neben seinem angestammten Lebensversicherungsgeschäft im Fondsgeschäft zu expandieren. Nach dem Brexit-Entscheid ziehen jedoch viele Investoren ihre Gelder ab.
Die deutsche Tochter von Standard Life hat trotz Brexit ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 hinter sich. Die Gesellschaft erzielte im vergangenen Jahr ein Gewinnplus um 67 Prozent auf 20,1 Mio. Euro. Das verwaltete Vermögen lag Ende 2016 mit 12,4 Mrd. Euro vier Prozent über dem Vorjahreswert. (vwh/dg)
Bildquelle: Fotolia
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