Schlaglicht

500 Stellen weniger: AGCS setzt Rotstift an

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Geschäfte laufen derzeit gut bei der Allianz. Mit einem Überschuss von 6,9 Mrd. Euro - einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr - liegt der Konzern klar auf Kurs. Auf Kosten der Mitarbeiter?  Die Industrietochter AGCS bestätigte gegenüber VWheute, bis Ende 2018 die Zahl der rund 5.000 Beschäftigten um zehn Prozent zu reduzieren. Dennoch sei es "zu früh die genaue Zahl der betroffenen Stellen zu benennen".
So handele es sich nach Angaben einer Unternehmenssprecherin um eine angemessene Schätzung der maximalen Zahl von Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA betroffen sein werden. "Die Industrieversicherung durchläuft eine Phase radikaler Veränderung. Verringerte Erträge aus Vermögensanlagen im Niedrigzinsumfeld, Hyper- Wettbewerb und ein Übermaß an Kapazität werden das Marktumfeld auf mittlere Sicht bestimmen. Daher richten wir uns aus einer Position der Stärke neu aus – mit dem Ziel sich verändernde Kundenerwartungen zu erfüllen, die Produktivität zu steigern und neue Wachstumsquellen zu erschließen", heißt es in einem Statement der AGCS.
Zudem wolle der Industrieversicherer sein "bestehendes Geschäftsmodell mit einer nachhaltigen Strategie für die Zukunft fit machen, um weiterhin so erfolgreich zu wachsen wie in den zurückliegenden zehn Jahren unseres Bestehens. Während die Mehrheit der globalen Belegschaft der AGCS von der Neuausrichtung nicht unmittelbar betroffen ist, werden einige unserer Mitarbeiter leider ihren Arbeitsplatz verlieren. Es ist uns sehr wichtig, die Folgen für die Betroffenen auf sozialverträgliche Weise zu minimieren. Daher bieten wir, wo möglich, Freiwilligenprogramme, Frühpensionierung und andere geeignete Maßnahmen an."

Bäte will von Restrukturierung nichts wissen

Dabei wollte Allianz-Chef Oliver Bäte unlängst bei der Präsentation für die Geschäftszahlen 2016 von einer Restrukturierung nichts wissen. Die Allianz setzt da lieber auf eine kontinuierliche Produktivitätssteigerung. Auch wenn dabei Jobs wegfielen, so verändere sich doch das Profil der neuen Stellen: "Jobs die keinen Spaß machen gehen auf die Maschine" ist sich der Manager sicher. Hier werde er aber nicht dogmatisch agieren sondern pragmatisch.
Darüber hinaus sei Bäte "wirklich überrascht, wie positiv die Mitarbeiter an der Kundenschnittstelle" mit den digitalen Veränderungen ihrer Arbeit umgingen:
"Die sind total begeistert", wurde der Allianz-Chef unlängst in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zitiert. Auch vermeintliche Gerüchte über Unruhe im Konzern wollte er nicht bestätigen. "Es gibt keine Unruhe unter den Mitarbeitern, nein, die Mitarbeiter sind hochzufrieden", sagt er. Es gebe zwar "den einen oder anderen im Management, der Sorgen hat um seinen Job und seine Zukunft". Dennoch stünden 90 bis 95 Prozent des Managements klar hinter seinem Kurs. Auf die Frage, wie der Konzern in Zukunft aussehen werde, sagte Bäte jedoch nicht. (vwh/td)
Bildquelle: Allianz
Allianz · AGCS
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