Köpfe & Positionen

AIG-Chef Hancock droht der Rausschmiss

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Über drei Mrd. US-Dollar Verlust muss der ehemals größte US-Versicherer AIG im letzten Quartal des vergangenen Jahres verbuchen. Das sei das schlechteste Ergebnis seit der Rettung durch die US-Regierung während der Finanzkrise und könnte das Aus für Konzernchef Peter Hancock einläuten. Der Verwaltungsrat prüfe, ob der seit gut zwei Jahren amtierende Chef nach dem neuerlichen Rücksetzer ausgetauscht werde, schreibt Wall Street Journal.
15 Mitglieder des Gremiums wollten Anfang März über verschiedene Möglichkeiten diskutieren. AIG kommentierte, dass man jedes Jahr zu diesem Zeitpunkt die Weichenstellung des Unternehmens einer Prüfung unterziehen werde.
Die Ziele für den zweijährigen Restrukturierungsplan sehen eine Rückerstattung von 25 Mrd. Dollar an die Aktionäre vor. Zudem soll AIG unter anderem mit dem Verkauf von nicht notwendigen Geschäftsteilen profitabler werden. 2016 verkaufte der US-Versicherer seine profitable Hypothekensparte United Guaranty an den Bermuda-Versicherer Arch Capital Group für 3,4 Mrd- US-Dollar.
AIG liegt im Streit mit seinem Großaktionär Carl Icahn, der eine Aufspaltung des Unternehmens in drei getrennte und an der Börse notierte Firmen fordert. Icahn zufolge würde damit verhindert, dass die US-Regierung AIG als systemrelevant einstuft und strengere Kapitalauflagen fordert. Inzwischen wurde Icahn von Donald Trump zum Berater für Regulierungsfragen auserkoren. Seine Hilfe gegen die "erwürgenden Regulierungen" werde unschätzbar sein, sagte der US-Präsident.
AIG war einst der größte Versicherer der Welt. Nach dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers 2008 geriet auch AIG in Schieflage und wurde von der US-Regierung mit 182 Mrd. US-Dollar an Steuergeldern vor dem Aus gerettet. Das Geld hat das Unternehmen inzwischen zurückgezahlt. (vwh/dg)
Bild: AIG-Chef Peter Hancock (Quelle: dpa)
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