Märkte & Vertrieb

BdV übt harte Kritik an Minerva und mahnt ab

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Kunden werden geknebelt", "ersparnisbezogene Honorare betragen das Sechsfache der monatlichen Ersparnis", "das Vergütungsmodell verstößt gegen ein gesetzliches Verbot": Die Vorwürfe des Bundes der Versicherten (BdV) gegen die Minerva KundenRechte GmbH sind zahlreich und harsch. Was sagt die Angegriffene zu der Attacke?
Die Minerva berät Kunden bei einem PKV Wechsel und übernimmt auch die Vertretung des Kunden gegenüber dem PKV-Unternehmen. Die Verbraucherschützer kritisieren am Geschäftsmodell, dass das Honorar ersparnisbezogen sei und mehr als das Sechsfache der monatlichen Ersparnis betrage. Außerdem werde der Kunde für die nächsten 24 Monate an die Vereinbarung "geknebelt": Das Honorar müsse auch dann gezahlt werden, wenn die Umstellung nicht durch Minerva herbeigeführt wurde. Der Vorstandssprecher des BdV, Axel Kleinlein, führt aus: "Bei einem Versicherungsberater hat die Beratungsleistung im Mittelpunkt zu stehen, nicht die Herbeiführung eines bestimmten Erfolgs."
Nach Auffassung des BdV verstößt die Versicherungsberaterin Minerva zudem mit ihrem Vergütungsmodell gegen ein gesetzliches Verbot: "Bei der Tarifwechselberatung handelt es sich um die Erbringung einer Rechtsdienstleistung. Daher unterliegt die Zulässigkeit der erfolgsabhängigen Vergütung den gleichen Voraussetzungen, die auch ein Rechtsanwalt zu beachten hat", erläutert Kleinlein. "Der BdV ist sehr zuversichtlich, dass Justitia die römische Göttin Minerva [römische Schutzgöttin für Handwerker, Künstler und Lehrer: Anmerkung der Redaktion] auf den rechten Pfad leitet," ergänzt Kleinlein. (vwh/mv)
VWheute hat bei Minerva um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen gebeten und erhalten: "Wir können bestätigen, ein Schreiben vom BdV erhalten zu haben, welches wir als inhaltlich unrichtig zurückgewiesen haben. Die vom BdV darin vertretene Rechtsmeinung erscheint falsch und wird von uns nicht geteilt, worauf wir den BdV im Rahmen eines ausführlichen Schreibens hingewiesen und um Stellungnahme gebeten haben. Eine Antwort haben wir bislang nicht erhalten."
Ob der BdV nach diesem Hinweis reagieren wird? VWheute wird weiter berichten. (vwh/mv)
Bild: Axel Kleinlein (Quelle: BdV)
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