Schlaglicht

Scor: Nicht der einzige Rückversicherer unter Druck

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Im Februar geben die Unternehmen traditionell einen Einblick in ihre Geschäftsbilanzen, auch in der Rückversicherung. Nachdem die Munich Re bereits ihre Zahlen vorlegte, veröffentlicht der weltweit tätige französische Rückversicherer Scor seine Bilanz. Für 2016 verzeichnet das Unternehmen einen deutlichen Gewinnrückgang von 6,1 Prozent auf 603 Mio. Euro (2015: 642 Mio.). Am heutigen Donnerstag folgt dann die Swiss Re.
Die gebuchten Bruttoprämien beliefen sich nach Unternehmensangaben auf rund 13,8 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr (rund 13,4 Mrd.). Die kombinierte Schaden-Kostenquore stieg um zwei Prozentpunkte auf 93,1 Prozent (2015: 91,1 Prozent). Vor allem mittlere Schadenereignisse wie der Großbrand in Fort McMurry in Kanada, Hurrikan Matthew in den USA und das Kunamoto-Erdbeben in Japan belasteten die Unternehmensbilanz.
Zudem sanken die gebuchten Bruttoprämien im Nicht-Leben um 1,5 Prozent auf rund 5,6 Mrd. Euro (2015: rund 5,7 Mrd.). In der Lebensparte stiegen die gebuchten Bruttoprämien um 6,4 Prozent auf rund 8,2 Mrd. Euro (2015: rund 7,7 Mrd.). Wachstumstreiber waren laut Scor vor allem das Neugeschäft in der EMEA-Region und auf dem amerikanischen Kontinent sowie der Ausbau des Lebengeschäfts in der Region Asien-Pazifik. Darüber kündigte Scor-Vorstandsvorsitzender Denis Kessler mögliche Aktienrückkäufe in den kommenden zwei Jahren sowie eine Erhöhung der Dividende um zehn Prozent auf 1,65 Euro an.
"2016 erzielt Scor hervorragende Ergebnisse, die den Rentabilitäts- und Solvabilitätszielen ihres neuen Strategieplans 'Vision in Action' entsprechen. Scor hat ebenso ihr Geschäft ausgebaut, insbesondere mit der Expansion des Lebensgeschäfts in Asien sowie der Gewinnung zusätzlicher Marktanteile im Bereich P&C in den USA", kommentierte Scor-Chef Kessler die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr. Und dennoch: Mit einem eher durchwachsenen Jahresgeschäft schließt der französische Rückversicherer damit zur Munich Re auf, die 2016 bereits den dritten Gewinnrückgang in Folge verbuchte. Dabei haben vor allem die Launen der Natur und die Tochtergesellschaft Ergo dem scheidenden Vorstandschef des Münchener Rückversicherers, Nikolaus von Bomhard, quasi den glanzvollen Abgang verhagelt.
Ob der Schweizer Rückversicherer Swiss Re heute deutlich bessere Geschäftszahlen vorlegen kann, bleibt abzuwarten. So rechnen Beobachter für 2016 der Schweizer Wirtschaftszeitung Finanzen und Wirtschaft zufolge mit einem Überschuss von rund 3,4 Mrd. US-Dollar. Dies wäre ein leichter Rückgang gegenüber den Vorjahren – hatte die Swiss Re seit 2012 doch einen jährlichen Gewinn von mehr als 3,5 Mrd. Dollar abgeliefert – ausgehend von einem Jahresumsatz von rund 35 Mrd. Dollar.
Anlass zum Jubeln dürfte daher nur die Hannover Rück haben, die für 2016 von einem Gewinn in Milliardenhöhe ausgeht. So geht die Talanx-Tochter nach eigenen Angaben von einem Jahresüberschuss von rund 1,2 Mrd. Euro aus. Für Analysten und Marktbeobachter kommt der Optimismus hingegen wenig überraschend: Dass Hannover Rück sich dem anhaltenden Preisdruck widersetzt habe, "unterstreicht erneut die Stabilität des Geschäftsmodells", wird DZ-Bank-Analyst Thorsten Wenzel im Handelsblatt zitiert. (vwh/td)
Bild: Denis Kessler (Quelle: Scor)
Münchner Rück · Hannover Rück · Swiss Re · Rückversicherer · Scor
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