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InsurTech: Der Durchbruch ist (noch fern) am Horizont

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Von Grzegorz Podleśny und Konrad Komorowski. Der Einfluss der Digitalisierung und neuer Technologien auf etablierte Unternehmen wurde in den letzten Jahren immer deutlicher. Es stellt sich schon länger nicht mehr die Frage ob, sondern wann die nächste Branche der digitalen Disruption zum Opfer fällt. Der digitale Wandel macht sich zunehmend auch in der Versicherungswirtschaft bemerkbar.
Die großen Player haben die wachsende Zahl an Technologie-Startups (InsurTechs) in der Branche sorgfältig und mit einer gewissen Vorsicht betrachtet. Dennoch sind sie in vielen Fällen aktiv geworden. So hat beispielsweise die Allianz im vergangenen Jahr die Zusammenarbeit mit Simplesurance angekündigt, die Munich Re hat in Trov und So-sure investiert und die Axa hat einen Investmentfonds angelegt, welcher bereits mehr als 20 Startups unterstützt.
Zurzeit kann man am Markt noch keinen revolutionären Ansatz identifizieren, der einen ähnlichen Umbruch im Geschäftsmodell der Versicherungsbranche auslösen könnte, wie es beispielsweise einst mit Airbnb in ihrem Markt der Fall war. Echte Disruption hat neben einer Reihe von Verbesserungen in der User-Experience, noch einiges mehr anzubieten. Viele der Vorteile, welche die erfolgreichsten Unicorns aufweisen, wurden bereits von der Konkurrenz übernommen. Das Wesen der Revolution liegt jedoch an anderer Stelle und diesen Unterschied haben die Nachzügler bisher nicht kopieren können.

Chaotischer Entwicklungstrend

Der aktuelle Entwicklungstrend von InsurTech ist omnidirektional und zudem ziemlich chaotisch. Sehr viel Aufmerksamkeit wird neuen Distributionswegen, insbesondere mobilen Anwendungen geschenkt. Startups zielen nicht nur auf den Verkauf von Versicherungen, sondern auch auf die Bewertung, Dokumentation und Analyse von Schäden.
Die aktuellen Marktführer verfügen über Mittel, um sich gegen künftige Innovatoren, die noch auf den Markt vordringen werden, zu verteidigen. Dies gilt insbesondere für ihre Kundenbasis und Kapitalausstattung. Viele Startups bieten abgesehen von potenziell interessanten Ideen und externer Finanzierung bisher nichts an, was einen echten Wettbewerbsvorteil bedeuten könnte.

Insurtechs agieren als Makler und nicht als Versicherer

In der Zukunft wird Flexibilität in der Kooperation mit InsurTech-Startups eine wichtige Rolle einnehmen. Es lässt sich ein Trend beobachten, dass viele InsurTechs eher als Makler agieren und nicht die Rolle eines Versicherers einnehmen wollen. Viele Ideen der Startups, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, könnten auch von den etablierten Versicherern übernommen und eingeführt werden. Hierzu müssen allerdings traditionelle Strukturen in der Organisation der Versicherer angepasst werden. Es bedarf unter anderem kürzerer Entscheidungswege sowie einer schnellen Anpassungs- und Umsetzungsfähigkeit. Dies sind Vorteile, die durch die Implementierung der Agile-Methodik realisiert werden könnten.
InsurTech-Startups werden dazu beitragen, dass es zu einer weitreichenden Umstrukturierung unter den aktuellen Playern kommen wird. Diejenigen, die ein besseres Gespür für Trends sowie eine hohe Flexibilität aufweisen, werden profitieren. Dies wird auf Kosten der Versicherer geschehen, die langsamer agieren und weniger anpassungsfähig sind. Etablierte Größen auf dem Markt verfügen über viele Vorteile. Um diese erfolgreich ausspielen zu können braucht man mehr Agilität, sowohl in Bezug auf Organisationsmuster, als auch in Hinblick auf die IT-Infrastruktur. Wie Rupert Murdoch bereits feststellte, werden in Zukunft nicht mehr die Großen die Kleinen besiegen, sondern die Schnellen die Langsamen übertrumpfen.
Bild: Grzegorz Podleśny, Senior Manager bei Sollers Consulting (links) und Konrad Komorowski, Consultant bei Sollers Consulting (rechts). (Quelle: Sollers)
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