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HDI: Manager üben risikoreiche Tätigkeiten aus

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Entscheidungsträger in Unternehmen werden zunehmend für Fehlentscheidungen und Fehlverhalten verantwortlich gemacht. Darin erkennt HDI-Vorstand Stefan Sigulla einen Trend. Er verweist darauf, dass die Zahl der gemeldeten D&O-Schäden seit einiger Zeit steige. "Man muss aber auch sehen, dass sich in Deutschland mit Aufsichtsrat und Vorstand, zwei Organe gegenüberstehen, die das Gefühl haben, jeweils den anderen überwachen zu müssen".
Historisch gesehen komme die D&O-Versicherung aus dem anglo-amerikanischen Rechtsraum. Dort sei es durchaus üblich, dass Aktionäre gegen Organmitglieder rechtlich vorgehen würden. In Deutschland hingegen gebe es eher die Situation, dass das eine Organ das andere beobachte.
Die meisten echten Haftungsfälle sieht Sigulla häufig im Organisationsverschulden sowie in der mangelnden Überwachung nachgeordneter Instanzen. Das betreffe vor allem die Beantwortung der Frage nach ausreichenden Kontrollen und der Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips. Dazu gehöre auch immer die Hinterfragung, ob der Manager den Haftungsfall hätte erkennen müssen oder gar verhindern können.
Immer mehr wird auf den sogenannten "Financial Lines"-Schutz abgestellt. HDI biete dazu mehrere Versicherungslösungen an. Zum sogenannten Entscheiderschutz, gehörten die Manager-Haftpflicht, der Strafrechtsschutz und die Vertrauensschaden-Versicherungsrisiken. Der angestellte Manager sei von seiner Aufgabe her Unternehmer. Die notwendige Wahrnehmung von Chancen bewirke auch immer das Eingehen von Risiken.
"Das sind die beiden Seiten einer Medaille. Wenn ein Manager nun aber Chancen wahrnimmt, muss er zwangsläufig auch das Risiko bewerten", so der Experte. Stelle sich die Entscheidung aber im Nachhinein als falsch heraus, gebe es nach der aktuellen deutschen Rechtsprechung die Möglichkeit, sich auf den eigenen Ermessensspielraum zu berufen.
Dieses sogenannte Business Judgement nutze der Manager als Unternehmer dann einwandfrei, wenn er mit Hilfe aller möglichen und sinnvollen Informationsquellen dokumentiert nachweisen kann, eine begründete Entscheidung getroffen zu haben. Um aber in etwaigen Zweifelsfällen auf der sicheren Seite zu sein, brauche er zusätzlich zur Absicherung Versicherungsschutz.
"Wir würden ja sonst im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung, Elektromobilität, sowie der dramatischen Veränderung von Wertschöpfungsketten, unser Wirtschaftswachstum aufs Spiel setzen." Die Unternehmen können daher unter angemessener Inkaufnahme von Risiken alle Chancen wahrnehmen“. Werde das nicht durch einen adäquaten Versicherungsschutz unterstützt, würde unser Land von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden. (wo)
Dies und mehr sind nachzulesen in der kommenden Ausgabe des Business- und Managementmagazins Versicherungswirtschaft.
Bild: Stefan Sigulla, Vorstand der HDI Global SE (Quelle: HDI)
D&O · HDI Global
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