Köpfe & Positionen

Ingo Kailuweit will Auflösung der PKV

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Diskussion um die private Krankenversicherung will kein Ende nehmen. In einem Interview gießt der scheidende Chef der Kaufmännischen Krankenkasse, Ingo Kailuweit, weiter Öl ins Feuer. Wird es am Ende ein böses Ende für die PKV geben, es bleibt spannend im Wahljahr.
Die gesetzlichen Kassen zählen nicht zu den größten Befürwortern des Zwei-Klassen-Modells, das ist bekannt. Besonders klare Worte fand Ingo Kailuweit in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Angesprochen auf die Bürgerversicherung sagte er: "Beim bisherigen Nebeneinander von gesetzlicher und privater Krankenversicherung kann es nicht bleiben. Es wäre fatal, die Probleme weiter zu tabuisieren und nach keiner Lösung zu suchen."
Weiter begrüßte er die Absichten der SPD, eine weniger "radikale Form" der Bürgerversicherung zu präferieren. Kailuweit warnte, dass eine Öffnung der Privatkassen das solidarische System überfordern würde, weil dann erst mal die kämen, für die das Verhältnis zwischen Beitrag und Leistung in der PKV nicht mehr stimme. Diese Neuversicherten hätten erhöhte Ausgaben bei den gesetzlichen Kassen zur Folge, die nicht durch Beiträge gedeckt wären. Weiter wäre die Auflösung der Altersrückstellungen ein schwieriges Problem.
Auf eine Lösung in der Krankenversicherung angesprochen sagte Kailuweit: "Am Ende sollte es darauf hinauslaufen, dass alle gesetzlich abgesichert sind und auf Wunsch bei den Privaten weiter Leistungen wie Chefarztbehandlungen oder Einzelzimmer-Belegung dazukaufen können." Eine Umsetzung könne aber nur stufenweise erfolgen.
Zuletzt hatte Hans Olav Herøy, Vorstandsmitglied für die Personenversicherungen bei der Huk-Coburg, das momentane System in der Krankenversicherung befürwortet - VWheute berichtete.
Zu einem anderen Thema bezog Kailuweit ebenfalls klar Stellung: Hartz-IV-Empfänger. Es können nicht so bleiben, dass der Staat für diese Personengruppe nur die Hälfte der Ausgaben erstatte und die Gemeinschaft die übrigen Kosten trage. Der Staat müsse für Langzeitarbeitslose schnellstmöglich "adäquate Beiträge" bezahlen.
Bild: Ingo Kailuweit (Quelle: KKH)
PKV · GKV · KKH · Ingo Kailuweit
Auch interessant
Zurück
16.01.2019VWheute
Allianz-Anla­ge­stra­tege: "Nicht der Links­ruck durch die Labour-Partei, sondern der Rechts­po­pu­lismus in Europa ist das größere Problem" &…
Allianz-Anla­ge­stra­tege: "Nicht der Links­ruck durch die Labour-Partei, sondern der Rechts­po­pu­lismus in Europa ist das größere Problem"
 Der Austritt der Briten aus der Europäischen Union, der Brexit, bringt möglicherweise die Labour-Partei mit ihrem Chef Jeremy C…
30.08.2018VWheute
BDA-Präsi­dent Kramer: "Renten­paket ist unfair" Das geplante Rentenpaket der Großen Koalition stößt bei den Arbeitgebern auf Kritik. "Das Rentenpaket…
BDA-Präsi­dent Kramer: "Renten­paket ist unfair"
Das geplante Rentenpaket der Großen Koalition stößt bei den Arbeitgebern auf Kritik. "Das Rentenpaket ist unfair, denn es wird auf die geburtenschwachen Jahrgänge unserer Kinder und Enkelkinder als milliardenschwerer Kostenbumerang…
20.08.2018VWheute
Kramer zum Zuwan­de­rungs­ge­setz: "Die grobe Fahrt­rich­tung stimmt" Ein neues Einwanderungsgesetz wird kommen. Die Gründe sind wohl vor allem im …
Kramer zum Zuwan­de­rungs­ge­setz: "Die grobe Fahrt­rich­tung stimmt"
Ein neues Einwanderungsgesetz wird kommen. Die Gründe sind wohl vor allem im immer größeren Fachkräftemangel zu suchen. Die Arbeitgeber bemängeln seit langem, dass sie keine qualifizierten Fachkräfte bekommen, …
26.07.2018VWheute
Ingo Kramer fordert lang­fris­tiges Pflege-Gesamt­kon­zept Es ist ein alter Brauch in der Bundesrepublik: Wenn die Politik die Lohnnebenkosten anhebt…
Ingo Kramer fordert lang­fris­tiges Pflege-Gesamt­kon­zept
Es ist ein alter Brauch in der Bundesrepublik: Wenn die Politik die Lohnnebenkosten anhebt, um einen soziale Ungleichheit auszugleichen, dann folgt kurz darauf der Aufschrei der Arbeitgeber, die die zu hohen Sozialabgaben…
Weiter