Schlaglicht

Allianz-Gerücht: Deutschland-Chef Knof will Bäte stürzen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Mit seinem Umbauprogramm hat Allianz-Chef Oliver Bäte viele brüskiert. Schleichend erfolgt die Entmachtung der Landesgesellschaften. Die Zeiten, in denen die Zentrale den Ländern lediglich Vorgaben zu den Erträgen mache, sind für Bäte vorbei. Deutschlandchef Manfred Knof probt laut Wirtschaftswoche nun den Aufstand. In intimer Runde ließ er durchblicken, dass er sich den Job an der Konzernspitze zutraue – wenn dieser bald frei werden sollte.
Das Verhältnis zwischen Manfred Knof und Oliver Bäte beschreiben Insider als angespannt, manche halten es für zerrüttet, heißt es im Zeitungsbericht. Mit 31 Mrd. Euro steuerte die deutsche Gesellschaft 2015 fast ein Viertel zum gesamten Konzernumsatz bei. Doch die Gewinne fließen fast komplett an den Mutterkonzern. "Die Ertragskraft ist maximiert", wird ein Insider in der Wirtschaftswoche zitiert. "Die Mitarbeiter fühlen sich ausgequetscht, weil sie immer nur liefern müssen."
Führende Allianz-Manager werfen dem seit Mai 2015 amtierenden Konzernchef vor, die Allianz ohne klare Richtung zu führen und nur viel Wirbel zu machen ohne Resultate zu liefern. Dass am vergangenen Wochenende Berichte über Bätes angeblich private Nutzung des Firmenjets kursierten, ist Wasser auf die Mühlen seiner Feinde. Vor allem stören sich die Landesfürsten an der zunehmend zentralistischen Unternehmensausrichtung. "Heute reicht es nicht mehr, dass man einfach die im Konzern beste Gesellschaft als Vorbild hinstellt, die sogenannte best practice", sagte Bäte der SZ vergangenes Jahr. "Das war früher so. Heute muss man Prozesse und Produkte tatsächlich harmonisieren." Nur wenn das gelinge, könnten die einzelnen Gesellschaften wieder echt entscheiden.
Dass jedes Land eigene Software nutzen darf und sich selbst kleine Gesellschaften einen eigenen Personalchef leisten, hält Bäte ebenfalls für überflüssig. Auch seine Ankündigung mögliche Stilllegung oder den Verkauf von Lebensversicherungsbeständen in Betracht zu ziehen, ist bei den Landesgesellschaften nicht auf Gegenliebe gestoßen. Für Europa hat Bäte eine Abwicklung ausgeschlossen, doch für Knof und Lebens-Chef Markus Faulhaber würde das dennoch eine katastrophale Signalwirkung auf die Kunden haben und das Neugeschäft ernsthaft behindern, berichtete die SZ.
Derweil bereitet sich Bäte auf die Präsentation der Jahreszahlen 2016 am 17. Februar vor. Es wird erwartet, dass er klarstellt, ob er ein lohnendes Übernahmeziel gefunden hat oder die zur Verfügung stehenden drei Mrd. Euro für ein Aktienrückkauf einsetzt. Seit Wochen kursieren Gerüchte, dass die Allianz Teile des Deutschlandsgeschäfts der Generali übernehmen könnte, wenn die italienische Bank Intesa Sanpaolo den Triester Versicherer schluckt, berichtete VWheute. Auch ein möglicher Zukauf in Australien sorgte für Schlagzeilen, der Versicherer QBE dementierte jedoch die Gerüchte. (vwh/dg)
Bild: Manfred Knof, Vorstandvorsitzender der Allianz Deutschland (Quelle: Allianz Deutschland)
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