Märkte & Vertrieb

Indexpolicen: Garantie sinkt, Überschussbeteiligung steigt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Indexpolicen sind am Markt weiter auf dem Vormarsch. Allerdings unterscheiden sich diese zum Teil sehr erheblich, konstatiert Assekurata. Im Rahmen ihrer Marktstudie 2017 hat die Ratingagentur insgesamt 13 Anbieter (Vorjahr: zehn) mit einem Marktanteil von 40 Prozent untersucht. So enthalten alle Tarife die beiden versicherungstypischen Garantieelemente der Mindest-Rückkaufswerte und der lebenslangen Mindestrente.
Allerdings stellte Assekurata ebenfalls fest, dass im Unterschied zum Vorjahr nicht mehr alle analysierten Tarife einen vollständigen Beitragserhalt zum Ende der Ansparphase vorsehen. Dies habe dazu geführt, dass der Marktdurchschnitt der garantierten Beitragsrendite für den Assekurata-Mustervertrag nach 25 Jahren in der aktuellen Untersuchung mit -0,26 Prozent negativ ausgefallen ist.
Im Vorjahr sei die Garantierendite hingegen laut Ratingagentur noch leicht positiv gewesen. "Dies ist ein Beleg dafür, dass auch bei Indexpolicen die Kapitalgarantien infolge der extremen Niedrigzinsbedingungen unter Druck geraten", meint Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse bei Assekurata.
Deutlich höher falle hingegen die Überschussbeteiligung von Indexpolicen aus. Demnach liegt die laufende Verzinsung für die Indexbeteiligung laut Ratingagentur aktuell bei durchschnittlich 2,92 Prozent und hat sich gegenüber dem Vorjahr (3,00 Prozent) somit nur wenig verringert. "Hohe Überschussdeklarationen von Indexpolicen sind für den Kunden positiv, zugleich aber auch zwingend notwendig, um die Renditechance aus der Indexpartizipation zu erhalten", betont Heermann.

Renditevergleich zwischen den Produkten noch kaum aussagefähig

Dennoch sei ein isolierter Renditevergleich von Indexpolicen mit den langfristigen Vergangenheitsrenditen klassischer Rentenversicherungen nur wenig aussagekräftig, was Assekurata vor allem auf die noch junge Produkthistorie zurückführt. So haben Indexpolicen in den vergangenen Jahren zwar jährliche Renditegutschriften zwischen 3,00 Prozent und 4,50 Prozent - in einzelnen Marktphasen sogar rund 6,00 Prozent - erzielt. Allerdings mussten die Kunden laut Ratingagentur aufgrund der aktuellen Marktentwicklungen auch häufiger mit Null-Renditen leben.
Insgesamt liege sichere Verzinsung derzeit im Durchschnitt der betrachteten Anbieter bei 2,71 Prozent (arithmetisch) beziehungsweise 2,75 Prozent (gewichtet). "Dies unterstreicht, dass Indexpolicen in erster Linie auf die Indexbeteiligung ausgelegt sind und den Kunden hierfür einen Anreiz bieten wollen. Immerhin aber fällt der sichere Zins sogar höher aus als die laufende Verzinsung in der Klassik und der Neuen Klassik", betont Heermann. (vwh/td)
Bildquelle: Marko Greitschus / pixelio.de
Überschussbeteiligung · Assekurata · Indexpolicen
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