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Hannover Rück fährt 2017 erneut Milliarden-Gewinn ein

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Dank einer über Erwarten guten Vertragserneuerungsrunde zum 1. Januar 2017 schreibt die Hannover Rückversicherung SE in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge einen Konzerngewinn in Milliardenhöhe. Vorstandschef Ulrich Wallin hat daher die Prognosen für das laufenden Jahr nach oben geschraubt.
Die Prämien sollen im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen und der Gewinn des drittgrößten Rückversicherers der Welt auf mehr als eine Mrd. Euro. In seiner bisherigen Prognose war Wallin von stabilen bis leicht rückläufige Bruttoprämien und von einem Gewinn von mehr als 950 Mio. Euro ausgegangen. Die Schaden-/Kostenquote will die Hannover Rück unverändert bei unter 96 Prozent halten. An den Börsen kamen die optimistischeren Prognosen gut an, der Kurs der Hannover-Rück-Aktie stieg bis Mittag um zwei Prozent
Der Optimismus überrascht umso mehr als der Preiswettbewerb weiter anhält und sich die Raten noch nicht flächendeckend stabilisiert haben. In der traditionellen Schaden-/Unfallversicherung standen den Angaben zufolge knapp zwei Drittel der Verträge mit einem Volumen von 4,69 Mrd. Euro zur Erneuerung an. Das erneuerte Prämienvolumen belief sich auf 4,62 Mrd. Euro, ein Minus von 1,4 Prozent. Bezieht man die strukturierte Rückversicherung mit ein, mit der  Erstversicherer versicherungstechnische Risiken übertragen, um die Solvenzanforderungen zu mindern, ergibt sich immerhin ein Wachstum von rund sieben Prozent. Die Nachfrage nach solvenzentlastenden Rückversicherungslösungen war vor allem in Europa, Nord- und Lateinamerika groß, sodass ein kräftiger Prämienzuwachs verbucht werden konnte.
Mit der Vertragserneuerung im Nordamerikageschäft zeigte sich Wallin sehr zufrieden. In den USA hat der Druck auf die Raten im Zuge der wirtschaftlichen Erholung spürbar nachgelassen. Prämien und Bedingungen konnten weitgehend stabil gehalten werden. Nach den verheerenden Waldbränden in Kanada wurden dort deutliche Preiserhöhungen möglich. Insgesamt wuchs das Prämienvolumen in Nordamerika um 6,5 Prozent. Die Tochter E+S Rück profitierte auf dem deutschen Markt von den Preiserhöhungen der KFZ-Versicherer. Insgesamt blieben die erzielten Prämien in Deutschland stabil. Schlecht war die Raten-Entwicklung in den Spezialsparten Transport und Luftfahrt. Angesichts nicht mehr ausreichender Prämien wurden Teile des Geschäfts aufgegeben.
In der Transportversicherung betrug der Prämienrückgang 3,3 Prozent, in der Luftfahrt 15,8 Prozent. In den Spezialsparten Kredit- und Kaution verlief das Geschäft dagegen erfreulich, weniger jedoch bei den politische Risiken. Insgesamt wurde in den drei Spazialsparten ein Prämienplus von sieben Prozent registriert. Im Katastrophengeschäft verzeichnete die Hannover Rück wegen vergleichsweise niedriger Schäden dagegen weitere Preisrückgänge. Der Hurrikan "Matthew" in den USA führte nur lokal zu Ratensteigerungen. Insgesamt erhöhte sich aber das Prämienvolumen im gesamten Naturkatastrophengeschäft um 2,9 Prozent, weil höhere Anteile an profitablen Programmen gezeichnet werden konnten. (cs)
Bild: Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück (Quelle: Hannover Rück)
Hannover Rück · Ulrich Wallin
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