Politik & Regulierung

Fehltage durch seelische Krankheit haben sich verdreifacht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Arbeitnehmern geht es laut Krankenstands-Analyse der DAK-Gesundheit psychisch immer schlechter. Seelische Krankheiten trugen 2016 einen Anteil von 17 Prozent am Gesamtkrankenstand (plus ein Prozent gegenüber 2015) bei. Zwar fehlten insgesamt weniger Menschen aufgrund psychischer Erkrankungen, dafür dauerten die einzelnen Krankheitsfälle länger.
Auch langfristig ist die Tendenz erkennbar: Die Zahl der Fehltage wegen seelischer Erkrankungen lag 1997 bei 77 Tagen je 100 Versicherte – im letzten Jahr waren es 246 Fehltage. Damit haben sich Fehltage innerhalb der letzten 20 Jahre mehr als verdreifacht. Ursache war am häufigsten die Depression, gefolgt von Reaktionen auf schwere Belastungen, Anpassungsstörungen und Burnout. Unter Frauen eroberte seelische Leiden erstmals den Platz eins unter den Krankheiten. Im Vergleich zu den Männern hatten Frauen rund 60 Prozent mehr Fehltage.
Die allgemeine Rangliste der Krankheiten wird von Rückenleiden und anderen Muskel-Skelett-Erkrankungen (22 Prozent) angeführt. Schnupfen und ähnliche Erkrankungen des Atemsystems machen 15 Prozent aus. Zusammen mit 17 Prozent seelischer Erkrankungen machen diese drei Spitzenreiter mehr als die Hälfte aller Fehltage 2016 aus. Der Bundesvergleich zeigt übrigens, dass der Krankenstand im Osten höher ist: Im östlichen Teil der Republik wurden 28 Prozent mehr Ausfalltage dokumentiert. Auch 2015 lag der Anteil schon höher.
Gestützt werden die Zahlen übrigens auch von der Deutschen Rentenversicherung. Demnach waren im Jahr 2015 psychische Störungen die Hauptursache für den Bezug einer Erwerbsminderungsrente - und zwar unabhängig vom Geschlecht. Besonders betroffen waren hier laut Rentenversicherung ebenfalls Frauen. Bei Männern hingegen war der Anteil deutlich kleiner. Dafür war der Anteil von Krankheiten des Herz-/Kreislaufsystems beim männlichen Geschlecht deutlich höher. (vwh/jh)
Bild: Besonders häufig mussten sich Frauen wegen psychischer Krankheiten krankmelden. (Quelle: DAK)
DAK
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