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Autofahrer finden Telematik gerecht

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Autofahrer finden Telematik-Tarife oft gerechter als das herkömmliche Preissystem in der Kfz-Versicherung. Das geht aus einer Befragung des Instituts für Versicherungswesen an der Technischen Hochschule Köln Studie hervor. "Viele Kriterien von Telematik-Tarifen haben eine hohe Akzeptanz, während manche, längst übliche Merkmale als ungerecht bewertet werden“, kommentierte Studienautor Horst Müller-Peters.
63 Prozent der Befragten finden die Erfassung von Tempoverstößen "eher gerecht". Gleichzeitig wird beispielsweise das zentrale klassische Preiselement Wohnort des Halters nur von 18 Prozent der Befragten als gerecht empfunden. Als besonders fair empfinden hingegen mit 78 Prozent Zustimmung die meisten Kunden das Schadenfreiheits-Rabatt-System.
"Eine Preisdifferenzierung nach Fahr-Historie und einzelnen Merkmalen des Fahrstils gelten den meisten als gerecht", so Müller-Peters. Zu ähnlichen Ergebnissen wie bei Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung kommt die Studie auch für die Krankenversicherung, auch wenn es hier eine etwas höhere Skepsis gegenüber verhaltenserfassenden Tarifen gibt. "Eine Preisfindung über Vorsorge, Rauchen, Alkohol und Ernährung wird mehrheitlich als gerecht bewertet", betont Müller-Peters im Rahmen des Goslar Diskurses am Rande des 55. Verkehrsgerichtstags.
Die Praxis bestätigt die wissenschaftlichen Erkenntnisse. "Wir erleben eine gute Nachfrage nach unserem neuen Telematik-Tarif, obwohl wir noch ganz am Anfang stehen", sagte Wolfgang Weiler, Vorstandsprecher der Huk-Coburg. Die Motivation für den Abschluss des Telematik-Tarifs ist aber sehr unterschiedlich. Teilweise würde der nur für junge Leute bis 25 Jahre offene Tarif Smart Driver wegen Ersparnis von bis zu 30 Prozent gewählt oder einfach nur weil man sich für einen guten Fahrer hält.
Teilweise seien aber auch die Eltern die Treiber für einen Abschluss. Nach Weilers Einschätzung wird aber die Autoversicherung durch den Einzug von Telematik-Tarifen noch transparenter. Es werde ein stärkerer Wettbewerb ausgelöst. Viele Kunden lehnen aber schon heute Telematik-Tarife ab, weil sich fürchten vom Versicherer gegängelt zu werden oder Nachteile in bei der Schadenregulierung zu haben. Bei einer allgemeinen Verbreitung dieser Tarife sieht Forscher Müller-Peters auch das Problem, das es für schlechte Fahrer Aufschläge oder gar Kündigungen geben könnte.
"Problematisch ist zudem, ob der Kunden den bei einem Versicherer erfahrenen Score mitnehmen kann, wie heute den Schadenfreiheits-Rabatt", warnte der Wissenschaftler. Sei das nicht der Fall, könnten Monopole entstehen. (usk)
Bild: Studienautor Horst Müller-Peters (Quelle: usk)
Telematik · Verkehrsgerichtstag
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