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Versicherer im digitalen Neuland

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Die Versicherer rechnen in den kommenden drei Jahren mit einem oder mehreren Zukäufen in digitalen Technologien. Laut einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Willis Towers Watson planen 49 Prozent der befragten Unternehmen mindestens eine Akquisition. 14 Prozent gehen sogar von mehr als einer Investition aus.
Dabei sehen laut Studie immerhin 94 Prozent der Befragten das größe Potenzial für digitale Technologien in den kommenden fünf Jahren im Vertrieb. Demnach haben vor allem die Schadensabwicklung und -regulierung sowie das Kundenmanagement haben ebenfalls hohe strategische Priorität in den digitalen Planungen. Ebenfalls großes Potenzial sehen die befragten Versicherer laut Studie auch in der Entwicklung von Daten- und Analysetools.
Neun von zehn Befragten untersuchen daher intensiv, wie sie mehr Informationen direkt von ihren bestehenden Kunden sammeln könnten. 79 Prozent recherchieren demnach Daten aus sozialen Netzwerken, 53 Prozent suchen nach neuen Wegen, um an öffentlich zugängliche Daten zu gelangen. "Die derzeit neu entstehenden Tools und Technologien sind häufig Neuland für die Versicherer. Der Zukauf von technologischem Know-how ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, nicht den Anschluss zu verlieren und diese Technologien auch im eigenen Unternehmen zu integrieren. Man kann davon ausgehen, dass dies in den kommenden Jahren eine Welle von M&A-Aktivitäten auslösen wird", kommentiert Carsten Hoffmann, Head of Innovation & Business Development für die Versicherungsberatung von Willis Towers Watson in Deutschland.
"Ein Zukauf von Unternehmen, die über innovative Technologien beziehungsweise Lösungen verfügen, ist ein essentieller strategischer Baustein, um die digitale Transformation zu meistern", ergänzt Hoffmann. "Dabei geht es nicht nur um die Beschleunigung von Innovationen, sondern auch um einen wichtigen Perspektivwechsel, den die jungen Unternehmen in erfrischender Form mitbringen: Sie stellen den Kunden kompromisslos in den Mittelpunkt und beschleunigen so den internen Kulturwandel im Versicherungsunternehmen", betont der Experte von Willis Towers Watson.

Robo-Advisor sind bei Kunden gefragt

Dabei scheinen digitale Technologien hingegen auch bei den Verbrauchern durchaus auf Interesse zu stoßen. Demnach können sich laut einer aktuellen Accenture-Studie weltweit sieben von zehn Befragten vorstellen, in Fragen des Bankings, der Altersvorsorge oder bei Versicherungen von Robotern beraten zu werden. Fast zwei Drittel der Befragten erachten jedoch auch weiterhin die menschliche Interaktion als besonders wichtig - vor allem bei Beschwerden (68 Prozent) und komplexen Produkten wie Hypotheken (61 Prozent).
Robotergestützte Beratungsplattformen wollen die befragten Verbraucher hingegen vor allem deshalb nutzen, weil sie sich dadurch schnellere (39 Prozent) und günstigere (31 Prozent; in Deutschland sogar 38 Prozent) Services versprechen. Zudem hält 26 Prozent der Befragen Computer bzw. künstliche Intelligenz sogar für objektiver und analytischer als Menschen. In Deutschland sind sogar 28 Prozent der Verbraucher dieser Ansicht.
Die größte Nachfrage nach robotergestützter Beratung konstatiert Accenture vor allem in aufstrebenden Volkswirtschaften wie Indonesien (92 Prozent), Thailand (90 Prozent), Brasilien (86 Prozent) und Chile (84 Prozent). Die Länder mit der geringsten Nachfrage sind demnach Kanada mit 56 Prozent, Deutschland mit 59 Prozent und Australien mit 61 Prozent.

Google, Facebook & Co. als Finanzdienstleister?

Zudem können sich laut Umfrage viele Verbraucher ebenfalls vorstellen, Finanzdienstleistungen von einem nicht-traditionellen Anbieter in Anspruch zu nehmen. Demnach würden etwa ein Drittel Bankdienstleistungen (31 Prozent), Versicherungen (29 Prozent) und Finanzberatung (38 Prozent) von Google, Amazon oder Facebook nutzen, so die Studienautoren von Accenture. Im eher konservativen deutschen Markt können sich dies bei Banken immerhin 25 Prozent, bei Versicherungen 23 Prozent und bei der Geldanlage 27 Prozent der Konsumenten vorstellen.
"Die Nutzer erwarten, dass nahezu alle Transaktionen sich auf dem Niveau bewegen, das sie von Google, Amazon, Facebook und Apple gewohnt sind“, sagt Betina Wunderlich. "Vor allem Banken stellt dies vor enorme Herausforderungen. Für ihre Filialen müssen sie moderne digitale Angebote mit günstigen Standorten kombinieren und zugleich online eine digitale Kundenerfahrung bieten, die sich mit den Tech-Riesen messen kann", betont die Expertin.
Darüber hinaus sind laut Umfrage fast zwei Drittel der Verbraucher auch an personalisierten Versicherungsangeboten (64 Prozent) und Banking-Lösungen (63 Prozent) interessiert, die ihre individuellen Lebensumstände berücksichtigen. "Die überwiegende Mehrheit der Verbraucher betrachtet die Beziehungen zu ihrer Bank als rein transaktionsbezogen. Um ihre Kunden dauerhaft zu binden, müssen die Banken ihnen auf Basis moderner Technologie maßgeschneiderte, personalisierte Angebote machen, die sie nutzen können, wann, wo und wie immer sie wollen", erläutert Wunderlich. (vwh/td)
Bildquelle: Fotolia
Digitalisierung · Accenture · Willis Towers Watson · Rob
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