Märkte & Vertrieb

Versicherungsstandort China steigt zur Nummer Zwei auf

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
China ist in der Rangliste der weltgrößten Versicherungsmärkte auf Rang Zwei aufgestiegen und damit seinen asiatischen Konkurrenten Japan hinter sich gelassen. Den neuesten Zahlen der chinesischen Versicherungsaufsicht Circ zufolge hat die Branche in 2016 ein Beitragsvolumen von insgesamt rund 422,1 Mrd. Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 27,5 Prozent.
Für die kommenden Jahre rechnet die chinesische Versicherungsaufsicht mit einem weiteren Wachstums zwischen 15 und 20 Prozent. Zum Vergleich: das Bruttoinlandsprodukt (BIP) verzeichnete im letzten Jahr lediglich ein Wachstum von 6,7 Prozent.
Die Gründe für die anhaltende Dynamik sehen die Aufseher vor allem im Nachholbedarf gegenüber den entwickelten Ländern im Westen. Demnach weist die Versicherungsdichte im Vergleich zu den westlichen Industrieländern nur ein Zwanzigstel auf. Die Versicherungstiefe im Reich der Mitte entspricht zudem einem Drittel der Industrienationen.
Der Marktanteil der ausländischen Versicherer in China ist hingegen sehr bescheiden. Deren Volumen auf dem Markt für Sachversicherung macht nur zwei Prozent aus, in der Lebensversicherung etwa 6,6 Prozent. Zudem haben laut Circ derzeit nur zwölf Versicherer aus dem Reich der Mitte im Ausland Fuß gefasst.
Allerdings sei das Geschäftsvolumen bislang sehr gering. Die Versicherungsaufseher gehen zudem davon aus, dass die chinesischen Versicherer bislang nur Verluste erwirtschaftet haben. Die meisten Engagements im Ausland würden zudem einer reinen Geldverbrennungsmaschine gleichkommen, was nach Ansicht des Circ-Vizechefs so gar nicht zur staatlichen Strategie einer Neuer Seidenstraße passe. (hy)
Bild: Das neue Finanzviertel von Schanghai (Quelle: hy)
Versicherungsmarkt · China
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