Märkte & Vertrieb

SDK: Dunkelverarbeitung von 80 Prozent angestrebt

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Digitalisierung macht auch vor der Gesundheitswirtschaft nicht halt, allerdings ist sie ein zäher Prozess, gerade für Ärzte, in Krankenhäusern und in der Pharma-Industrie, so lautete das Fazit der SDK-Stiftung zu ihrem wissenschaftlichen Symposium. Am weitesten fortgeschritten sei dagegen die Digitalisierung bei den Krankenversicherern.
Das war das Fazit des 8. Wissenschaftlichen Symposiums der SDK-Stiftung in Bad Cannstatt zum Thema "Vermessung der Gesundheit-Fluch und Segen der Digitalisierung“. Hochkarätige Wissenschaftler beleuchteten die Thematik unter verschiedenen Aspekten und stellten erste erfolgreiche Projekte vor. In seinen Begrüßungsworten betonte der Vorstandsvorsitzende der Süddeutschen Krankenversicherung, Ralf Kantak, dass sein Unternehmen eine Dunkelverarbeitungsquote von rund 80 Prozent anstrebe. Außerdem könnten schon heute viele Produkte online abgeschlossen werden. Der Kunde sei aber viel anspruchsvoller. "Wir gewinnen als privater Krankenversicherer am Markt nur, wenn wir mehr als Rechnungen prüfen und bezahlen. Unser Anspruch ist es daher, den Kunden sein Leben lang zu begleiten". Das bedeute, ihn umfassend zu beraten, dass er gesund bleibt oder aber wieder gesund wird. Dazu gehörten auch vielfältige volldigitalisierte Info-Systeme. "Wir wollen der Gesundheitsspezialist unserer Branche sein".
Bernd Brüggenjürgen, Lehrstuhlinhaber des SDK-Stiftungslehrstuhls an der Steinbeis-Hochschule Berlin und Leiter des SDK-Instituts für Gesundheitsökonomie, sprach von den "Mühlen im Gesundheitswesen, die langsamer mahlen würden" als in anderen Wirtschaftszweigen. Demgegenüber gebe es für digitale Ansätze aufgrund vorhandener großer Datenmengen gute Voraussetzungen. 75 Prozent aller Patienten in Deutschland wollten digitale Services nutzen. Allerdings sei der Trend hin zu mobilen medizinischen Geräten noch sehr verhalten. Die Menschen würden eher zielgerichtete Gesundheits-Apps bevorzugen, die einen individuellen Zugang zu Infos und Daten lieferten. Als positive Beispiele nannte der Gesundheitsökonom neue Sensoren zur Blutzuckerbestimmung bei Diabetes oder bei Schlaganfallpatienten das ständige Messen von Bewegungsabläufen. Allerdings warnte Brüggenjürgen vor fehlerhaften Diagnosen durch Angebote ohne Kontrolle.
Das Vorstandsmitglied des Deutschen Verbandes für Gesundheitswissenschaften und Public Health erwartet erhebliche Veränderungen im Gesundheitswesen, wenn künftig alle Daten elektronisch ausgewertet und standardisiert werden. Durch die Hinwendung der Ärzte zu Netzwerken werde der Patient immer mehr zum Kunden. Im Gegensatz zu Skandinavien fehle allerdings in Deutschland ein eindeutiger, jedem Patenten persönlich zugeordneter Datenschlüssel. Geklärt müsste letztlich auch noch die Datenschutz-Thematik bis hin zur Frage, wem die Daten gehörten. Die SDK-Stiftung besteht seit zehn Jahren. Der Kuratoriumsvorsitzende, Klaus Henkel, rechnet für die Zukunft mit gravierenden Veränderungen in der Gesundheitswirtschaft und damit auch für die Versicherungsbranche. "Wir werden uns damit auf vielfältigste Weise auch bei der SDK beschäftigen müssen". (wo)
Bild: Gesundheits-App (Quelle: Fotolia)
PKV · GKV · Digitalisierung · SDK
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