Politik & Regulierung

Unternehmen fürchten Cyberrisiken und Naturgefahren

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Soziale Verwerfungen, wachsende Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen sowie Umweltgefahren – beispielsweise durch den Klimawandel und seine Folgen – sind laut Global Risk Report 2017 des World Economic Forum (WEF) die drei Top-Trends. Sie werden die Risikolandschaft der kommenden zehn Jahre prägen. Auch Cyberkriminalität und Terrorattacken zählen laut Allianz Risk Barometer 2017 für Unternehmen zu den größten Risiken.
Für die diesjährige Ausgabe des WEF-Reports haben 750 Risikoexperten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft insgesamt 30 Risikofelder analysiert sowie die 13 Trends, die diese Risiken beeinflussen. Unterstützt wurde das Forum dabei von der Risikoberatung Marsh McLennan Companies und der Zurich Insurance Group.
Aus Sicht des WEF-Risikopanells werden drei Schlüsselfaktoren das Wohl und Wehe der Welt in der kommenden Dekade bestimmen:
  • Wachsende Einkommensunterschiede und die zunehmende soziale Zerrissenheit innerhalb vieler Gesellschaften wurden als erst- und drittwichtigste Trends identifiziert. Daneben sieht die WEF-Expertenrunde hohe, strukturell bedingte Arbeitslosigkeit und tiefe soziale Unruhe als wichtigstes, eng vernetztes – und extrem einflussreiches – Risikopaar.
  • Auf Platz zwei der wichtigsten, die Zukunft bestimmenden Trends landeten Umweltprobleme und insbesondere der Klimawandel. Zum ersten Mal in der Geschichte des Global Risk Reports wurden die fünf wichtigsten Umweltrends zugleich als "hoch riskant" und als "hoch wahrscheinlich" eingestuft. Extreme Wetterkatastrophen rangieren dabei unangefochten als das prominenteste globale Risiko.
  • Unter den untersuchten technologischen Trends wurden künstliche Intelligenz und Robotertechnik als diejenigen klassifiziert, die gleichzeitig die größten positiven Effekte und die größten Gefahren mit sich bringen können. Im Umgang mit der vierten industriellen Revolution tue regulatorische Kontrolle Not, finden die WEF-Experten. Zugleich warnen sie: "Der gesellschaftliche Wandel kann mit dem technologischen derzeit nicht Schritt halten."
Die Listen der wichtigsten Risiken spiegeln laut WEF-Experten diese Wahrnehmung in großen Teilen wider: Betrachtet nach Eintrittswahrscheinlichkeit zählt das WEF extreme Wetterkatastrophen, massive unfreiwillige Migration, Umweltdesaster, Terrorattacken und Cyberkriminalität als fünf Top-Gefahren. Die fünf Risiken mit dem größten möglichen negativen Einfluss sind dagegen: Einsatz von Massenvernichtungswaffen, extreme Wetterkatastrophen, Wasserengpässe, Naturkatastrophen und das Versagen bei der Eindämmung des Klimawandels.
Zudem sind soziale Verwerfungen, sinkende Verteilungsgerechtigkeit und wachsende Umweltgefahren – beispielsweise durch den Klimawandel und seine Folgen – laut WEF die drei Top-Trends, die die Risikolandschaft der kommenden zehn Jahre prägen werden. "Die Regierungen können das historisch gewachsene Niveau des sozialen Schutzes in vielen Fällen nicht mehr gewährleisten und die Kritik am Establishment wächst. Neue politische Führer machen die Globalisierung für soziale Verwerfungen verantwortlich und schaffen so einen negativen Kreislauf, in dem schrumpfendes Wachstum nur zu noch mehr sozialer Ungerechtigkeit führen wird", kommentiert Cecilia Reyes, Chief Risk Officer der Zurich Insurance Group, das Ergebnis des Reports.
Erstmals ganz oben auf der Gefahrenliste stehen für 44 Prozent deutscher Unternehmen in diesem Jahr die Folgen von Cyberattacken. Demnach gelten Cybervorfälle vor allem in der Informations- und Telekommunikationsbranche sowie im Handel als Top-Risiko, konstatiert der Allianz Risk Barometer 2017. "In Deutschland und Europa sehen wir verstärkte Aktivitäten der Gesetzgeber und ein steigendes Bewusstsein auf Seiten des Managements. Immer mehr Unternehmen entwickeln gezielte Cyber-Abwehrstrategien", erklärt Andreas Berger, AGCS Vorstand und regionaler CEO von AGCS Zentral- und Osteuropa.
Zweitgrößtes Risiko bleiben für die deutschen Unternhmen hingegen die Folgen von Betriebsunterbrechungen infolge eines Feuers, einer Explosion oder einer Naturkatastrophe. Allerdings rücken auch hier neue Auslöser wie Cyberangriffe, Streik, politische Gewalt und Terroranschläge oder Lieferantenausfälle zunehmend in den Fokus der Manager.
Ebenfalls mit Sorgenfalten blicken die deutschen Manager laut Allianz auf die Risiken der aktuellen Marktentwicklungen: Vor allem global agierende Unternehmen müssen laut Risko-Barometer damit rechnen, dass Populismus und Protektionismus durch die jüngsten politischen Weichenstellungen (Brexit oder US-Präsident Donald Trump) weiteren Auftrieb erhalten und sich nachteilig auf ihr Geschäft auswirken könnten. In den Branchen Luftfahrt, Finanzdienstleitung, Schifffahrt und Transport gelten Marktentwicklungen sogar als größtes Geschäftsrisiko.
Zudem wirken sich laut Allianz Risk Barometer auch der Klimawandel und zunehmende Wetterextreme weiterhin auf die geschäftlichen Unternehmungen aus - insbesondere in Asien. "Naturkatastrophen und der Klimawandel bereiten unsere Kunden und der Gesellschaft Sorgen. Wir müssen davon ausgehen, dass die globale Erwärmung über 1,5 Grad Celsius klimabedingte Schäden in Zukunft deutlich ansteigen lässt. Als Versicherer müssen wir uns auf solche Szenarien einstellen und gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern Präventions- und Schutzkonzepte entwickeln", betont Allianz-Vorstand Axel Theis. (vwh/td/bab)
Bildquelle: Thinkstock
Global Risk Report · World Economic Forum · Allianz Risk Barometer
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