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Marathonläufer kassiert BU – Versicherer darf kündigen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Einem Mann, der "mit Schmerzen" im Rollstuhl sitzt, tatsächlich aber Marathon läuft und als Küchenbauer arbeitet, darf der Berufsunfähigkeitsversicherer fristlos kündigen, entschied das OLG Oldenburg. Auf den Betrug ist der Versicherer aufmerksam geworden als er in einer Routineuntersuchung den augenscheinlich sportlich-gestählten Zustands des Rollstuhlfahrers bemerkte.
Der Mann hatte nach einem Unfall zunächst Zahlungen wegen seiner Berufsunfähigkeit erhalten. Nach einiger Zeit wollte die Versicherung den Gesundheitszustand des Mannes überprüfen. Bei einem Treffen saß er im Rollstuhl und gab vor, Schmerzen zu haben, berichtet das Legal Tribune Online. Doch im Internet fanden sich Bilder, auf denen er als erfolgreicher Marathonläufer posierte. Dem Mitarbeiter eines vom Versicherer eingeschalteten Detektivbüros bot er zudem seine Dienstleistungen als Küchenbauer an.
Daraufhin kündigte die Versicherung dem Mann, der daraufhin klagte. Diese wies das OLG Oldenburg jedoch zurück und entschied, dass die Versicherung den Vertrag – auch für die Zukunft – bei einem solchen Verhalten fristlos kündigen darf.
Das Vertrauen in die Redlichkeit des Vertragspartners sei derart erschüttert, dass eine Fortsetzung des Vertragsverhältnisses unter Berücksichtigung der beiderseitigen Interessenlagen nicht mehr zumutbar sei, argumentierten die Richter. Auch eine vorherige Abmahnung sei nicht erforderlich. Denn anderenfalls hätte jeder Versicherungsnehmer die Möglichkeit, einmal sanktionslos zu versuchen, den Versicherer hinters Licht zu führen. (vwh/dg)
Bildquelle: Petra Bork / pixelio.de
Versicherungsbetrug · Berufsunfähigeit
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