Köpfe & Positionen

"Unsere Strategie besteht nicht darin, Jobs zu streichen"

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
"Wir müssen alle digitaler und effizienter werden. Dieser Prozess wird dahin führen, dass weniger Personen in der Branche arbeiten. Zurich bildet da keine Ausnahme", sagt CEO Mario Greco der Luzerner Zeitung. Er beklagt, dass die Hauptmärkte, in denen die Zurich aktiv ist, in den letzten Jahren von der Rezession getroffen wurden. "Somit kann man Wachstum nicht als Ziel setzen, wenn kein Wachstum vorhanden ist. Wir müssen realistisch bleiben."
Das Prämienvolumen der Zurich ist weltweit in den vergangenen zehn Jahren nur um insgesamt rund zwei Prozent gestiegen. Doch diese Kennzahl sei abhängig vom Bruttoinlandsprodukt. "Natürlich wollen wir wachsen und unseren Marktanteil steigern, wenn die Möglichkeit besteht. Um unsere Ziele zu erreichen, werden wir jährlich 800 Mio. US-Dollar in neue Technologien und kundenorientierte Innovationen investieren", sagt Zurich-CEO Mario Greco.
Auf dem kürzlich in London stattfindenden Investorentag hatte er ein höheres Sparziel, neue Finanzziele und eine neue Dividendenpolitik angekündigt. Ab 2017 soll eine Eigenkapitalrendite – basierend auf dem Betriebsgewinn nach Steuern – von mehr als 12 Prozent erreicht werden. Bei den Einsparungen rechnet Zurich mit 1,5 Mrd. US-Dollar bis 2019, basierend auf den Kosten von 2015. Für die Deutschlandtöchter bedeutet das: "Bis Ende 2018 wird es keine weiteren Veränderungen über den angekündigten Beschäftigungsabbau von 859 Stellen geben", teilte Zurich Deutschland mit.
Greco sieht die Branche in einem Transformationsprozess: "Die Technologie ändert die Art der Risiken, die wir versichern. Zum Beispiel bei der Motorfahrzeugversicherung: Sicherheitssysteme senken die Zahl und Schwere der Fälle. Das ist sicher gut für die Gesellschaft. Für Versicherer aber bedeutet das, dass der Markt für Motorfahrzeugversicherungen in Zukunft deutlich kleiner sein wird. Eine Herausforderung sind auch selbstfahrende Autos. Wir könnten in Zukunft allenfalls die Hersteller statt den einzelnen Fahrer versichern."
Mit neuen Technologien entstehen jedoch auch neue Märkte. Cyberrisiken hält der Zurich-Boss für einen "aufregenden Moment für die Branche." Die Big-Data-Analysen großer Internetfirmen sieht aus Konkurrenzsicht gelassen. "Wenn Google bereits mehr über unsere Kunden wüsste als Zurich, würden wir das eher als Möglichkeit denn als Bedrohung betrachten." (vwh/dg)
Bild: Mario Greco (58) ist seit Mai CEO des weltweit operierenden Versicherungskonzerns Zurich. (Quelle: Zurich)
Zurich · Mario Greco
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