Schlaglicht

Katastrophenschäden stark angestiegen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Der gesamtwirtschaftliche Schaden aus Natur- und anderen Katastrophen stieg 2016 auf mindestens 158 Mrd. Dollar - 65 Mrd. Dollar mehr als im Vorjahr. Dies vermeldet das Forscher-Team von Sigma (Swiss Re). Die Versicherungsschäden belaufen sich auf rund 49 Mrd. Dollar. Die Lücke zwischen Gesamtschaden und Versicherungsschaden zeigt: Regionen, die 2016 von Katastrophen betroffen waren, hat es häufig kalt erwischt.
In vielen Katastrophen-Gebieten gibt es keinen ausreichenden Versicherungsschutz. Das bestätigt die vorläufige Schadenbilanz der Swiss Re. Laut der Sigma-Schätzung sind die volkswirtschaftlichen Schäden den großen Naturkatastrophen zuzuschreiben, beispielsweise Erdbeben und Überschwemmungen. Erdbeben traten in diesem Jahr auf der ganzen Welt auf, beispielsweise in Taiwan, Japan, Ecuador, Italien und Neuseeland.
Allein das starke Beben in der japanischen Präfektur Kumamoto vom 16. April zog einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von mindestens 20 Mrd. Dollar nach sich, davon waren fünf Mrd. Dollar versichert. "Die Gesellschaft ist zu wenig gegen Erdbebenrisiken versichert", kommentiert Kurt Karl, Chefökonom der Swiss Re. "Die Deckungslücke ist weltweit ein Grund zur Sorge." In Italien sei beispielsweise nur ein Prozent aller Häuser gegen Erdbeben versichert.
Hurrikans und schwere Unwetter verursachten ebenfalls gigantische Schäden. Der wirtschaftliche Schaden des Hurrikans Matthew in der östlichen Karibik und im Südosten der USA belief sich auf über vier Mrd. Dollar. Auch Hagelstürme und Gewitter forderten ihren Tribut: Die Folgekosten eines einzigen Hagelsturms – des Unwetters in Texas im April dieses Jahres – häuften sich auf 3,5 Mrd. Davon waren drei Mrd. versichert. Neben Überschwemmungen in den USA, Europa und Asien verursachten vor allem Waldbrände Schreckensszenarien.
Den negativen Höhepunkt bilden hingegen die Überschwemmungen in Louisiana und Mississippi mit einem wirtschaftlichen Schaden von zehn Mrd. Dollar. In Kanada entstand der Versicherungsbranche dadurch der größte je verzeichnete Schaden. Der Brand nahe der Stadt Fort McMurray zerstörte Infrastruktur für 3,9 Mrd. Dollar. Die Region ist allerdings wegen der angesiedelten Ölsandförderung gut versichert: Rund 2,8 Mrd. Dollar waren hier abgedeckt.
Schäden, die durch Menschen verursacht wurden, schlugen 2016 mit sieben Mrd. Dollar zu Buche – und gingen damit im Vergleich zum Vorjahr um zwei Mrd. Dollar zurück. (vwh/jh)
Bild: Bei Bränden, Überschwemmungen und anderen Katastrophen entstand 2016 weltweit ein Versicherungsschaden von 49 Mrd. Dollar. Etwa 10.000 Menschen kamen ums Leben. (Quelle: dpa)
Swiss Re · Naturkatastrophe · sigma-Studie
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