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VHV: Kostendruck muss keine Stellen kosten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die VHV Vereinigte Hannoversche Versicherung schneidet auch im zu Ende gehenden Geschäftsjahr 2016 "außergewöhnlich" positiv ab, übertrifft klar ihre Ergebnisziele und liegt deutlich besser als der Markt. Mit diesen Worten beschreibt Vorstandschef Uwe H. Reuter bei einem ersten Rückblick den Jahresverlauf. Die Mitarbeiter werden für ihre Leistung mit voraussichtlich mehr als zwei Bruttomonatsgehältern belohnt.
Für 2015 hatten sie 2,5 Gehälter zusätzlich erhalten. Das im zwölften Jahr laufende Fitnessprogramm zur Kostensenkung und Prozessoptimierung muss, so betont Reuter, keine Stellen kosten. Vielmehr würden durch mehr neues Geschäft aufgrund günstigerer Konditionen neue Stellen geschaffen. Im laufenden Jahr kamen 100 zusätzliche Arbeitsplätze hinzu. Die VHV-Gruppe beschäftigt inzwischen mehr als 2.900 Mitarbeiter.
Wie gut die VHV abschneidet verdeutlichte Reuter mit einigen Zahlen: 6,5 bis sieben Prozent Beitragswachstum im Kompositbereich ohne Bestandsverschlechterung (darunter Kfz mit gut sieben Prozent Zuwachs), plus ein Prozent in der Lebensversicherung (Hannoversche Leben) bei allerdings acht Prozent Wachstum des Neugeschäfts. Den geringen Anstieg in der Lebensversicherung begründete Reuter mit dem hohen Ablauf von Versicherungsverträgen, die vor zwölf Jahren wegen des Auslaufens der Steuervergünstigung abgeschlossen worden waren.
Ausgebaut werden konnte vor dem Hintergrund der guten Baukonjunktur auch das hochprofitable Bauversicherungsgeschäft. Die Schaden-/Kostenquote ist mit 91 bis 93 (Vorjahr: 89) Prozent weiterhin erfreulich. Zum guten versicherungstechnischen Ergebnis gesellt sich auch dank eines "glücklichen Händchens" ein über Plan liegendes Kapitalanlageergebnis. Unter dem Strich will die VHV laut Reuter ein Ergebnis für den Konzern "knapp unter" Vorjahresniveau (140,1 Mio. Euro) ausweisen. Gestärkt werden wird daher weiter die Substanz. Bei den haftenden Eigenmitteln soll die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze geknackt werden.
Reuter nannte die Gruppe "hochkapitalisiert", was ihr auch das gute Rating von Standard & Poors (A mit positivem Ausblick) eingetragen habe. Die Solvabilitätsquoten nach Solvency II werden in der Gruppe mit gut 300 Prozent übererfüllt. Bei deutlich über 400 Prozent liegt sie in der Lebensversicherung, wobei die Übergangsregelungen nicht in Anspruch genommen werden müssen.
Für das kommende Jahr übt sich Reuter in Bescheidenheit. Das Ergebnis bleibe auf Dauer nicht so hoch. Dennoch erwartet er eine stabile Entwicklung der Gruppe. Allerdings stehe man vor großen Herausforderungen. So ändere die Digitalisierung die Geschäftsmodelle. Die Niedrigzinsphase hinterlasse Spuren in der Ergebnisrechnung, auch wenn die Lebenssparte durch ihre Konzentration auf biometrische Produkte und Risikoleben von der Zinszusatzreserve nicht so stark belastet wird wie mancher Wettbewerber. Allerdings glaubt die VHV, dass beim Zins die Bodenbildung erkennbar ist. Nicht zuletzt gebe es große Unwägbarkeiten in Sachen Europa und Euro. Die VHV sieht sich jedoch gut gewappnet und könne schnell und flexibel reagieren.
In der Schaden-/Unfallversicherung deuten sich durch die technischen Weiterentwicklungen wie Assistenzsysteme und autonomes Fahren große Veränderungen an. Dies könnte zu einem Sinken der Prämien führen, obwohl die Schäden auch durch die Assistenzsysteme teurer zu stehen kämen. So haben sich den Angaben zufolge die Schäden durch Bruch von Windschutzscheiben mit ihrer Vielzahl von elektronischen Komponenten bereits um 13 Prozent erhöht. (cs)
Bild: Uwe H. Reuter, Vorstandsvorsitzender der VHV (Quelle: VHV)
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