Schlaglicht

Versicherung abschließen, statt Himmel anbeten

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Wenn der Deutsche Bauernverband heute über die angespannte Lage der Landwirtschaft spricht, dann rückt die Absicherung gegen Klimarisiken wieder in den Vordergrund. Jährlich verursachen Wetterextreme einen Schaden von rund 500 Mio. Euro. Viele Bauern hoffen auf Staatshilfen, dabei ist eine "Mehrgefahrenpolice die beste Deckung", schreibt Daniel Rittershaus, Kommunikationschef bei Vereinigte Hagel, für VWheute.
Eine weiterhin angespannte Liquiditätslage bei den Betrieben, Erzeugerpreise auf Tiefststand und eine insgesamt eher durchwachsene Ernte 2016 kennzeichnen zurzeit die deutsche Landwirtschaft. Im zu Ende gehenden Jahr hat auch das Wetter seinen Teil hierzu beigetragen. Trockenheit zur Herbstaussaat 2015, ein milder Winter mit Auswinterungsfolgen, vor allem aber extreme Regenmengen Ende Mai/Anfang Juni sowie Hagelunwetter führten zu teils erheblichen Schäden in der Pflanzenproduktion. Als Versicherer haben wir festgestellt, dass die Folgen des Klimawandels zunehmend spürbar werden und vor allem Schäden durch Starkregen und Sturm zunehmen. Im Schnitt verursachen Wetterextreme hierzulande jährlich einen Schaden von rund 500 Mio. Euro.
Gerade angesichts der angespannten Liquiditätslage war die Absicherung gegen Wetterrisiken für viele Betriebe überlebenswichtig. Konnten die erzeugten Produkte auch nicht vermarktet werden, wurde zumindest der finanzielle Verlust aufgefangen. Wie wichtig die Risikovorsorge ist, hat inzwischen auch die Politik betont. So empfiehlt der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Johannes Remmel im Rahmen einer Informationsoffensive den Landwirten, ihre Produktion gegen Elementarschäden abzusichern. Betont wird auch, dass eine staatliche Ad-Hoc-Hilfe bei versicherbaren Schäden nicht erwartet werden kann. Aus gutem Grund unterstützen bereits drei Viertel aller EU-Mitgliedsstaaten ihre Landwirtschaft durch eine Präventionszulage für ein aktives Risikomanagement gegen Wettergefahren. Deutschland hat diesen Weg bislang noch nicht beschritten.
Bei den Überlegungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 zeichnet sich bereits ab, dass das Niveau der Direktzahlungen in der bisherigen Höhe nicht Bestand haben und damit ein wesentlicher Pfeiler zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Einkommen wegbrechen wird. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Extremwetterlagen, die existenzgefährdend für die landwirtschaftlichen Betriebe sein können, ist es nur folgerichtig, dass Dynamik in die Debatte über die Einführung effizienter Risikomanagement-Instrumente auch für die deutsche Landwirtschaft gekommen ist.
In einer aktuellen Studie des GDV zum Thema "Landwirtschaftliche Mehrgefahrenversicherung in Deutschland" werden die Ertragsrisiken und das Schadenpotenzial in der Pflanzenproduktion qualitativ und quantitativ neu bewertet. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Mehrgefahrenversicherungen die Volatilität der Wetterereignisse am effizientesten abfangen. Regelungen im Sinne einer Public-Private-Partnership, die auch die Kumulrisken Trockenheit und Hochwasser einschließen, fördern die Verbreitung der landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung und können damit den Staat von Ad-hoc-Hilfszahlungen entlasten. Ähnliches gilt letztlich auch für die Tierversicherung, die in der genannten Studie ebenfalls einen breiten Raum einnimmt. (vwh/mv)
Was der deutsche Bauernverband zum Thema Landwirtschaftsversicherung sagt, können Sie im DOSSIER lesen.
Bild: Daniel Rittershaus (Quelle: Vereinigte Hagel)
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Klimawandel · Landwirtschaft · Landwirtschaftsversicherung · Vereinte Hagel
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