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Schaden sinkt: Diebe wissen mit Bankdaten oft nichts anzufangen

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Kriminelle manipulieren immer häufiger Geldautomaten, um an Kundendaten und Geheimnummer zu gelangen. "Wir nehmen an, dass die Attacken zunehmen, weil es nicht mehr so einfach ist, an verwertbare Kartendaten zu kommen", erklärt Margit Schneider von Euro Kartensysteme. Nach Angaben des Unternehmens wurden in diesem Jahr bereits 153 Geldautomaten bundesweit manipuliert.
Gleichzeitig sinkt der Schaden, den solche Skimming-Angriffe verursachen: 1,6 Mio. Euro entstand 2016, im Jahr 2015 waren es noch 2,7 Mio., das Jahr davor 3,1 Mio. Euro Schaden. Vor allem die Einführung der EMV-Technik soll für diesen Erfolg ausschlaggebend sein, weil sie Kriminellen die Arbeit erschwert. EMV-Karten enthalten eine Art Minicomputer, der die enthaltenen Daten verschlüsselt und die Karte bei jedem Einsatz am Geldautomaten oder bei Bezahlung in Ladengeschäften auf Echtheit prüft. Mit dieser Technik sind alle Girocards, fast alle 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel seit Ende 2010 ausgestattet.
"Inhaber von Zahlungskarten deutscher Emittenten verfügen im internationalen Vergleich über eine hohe Bonität. Daher sind deren Karten bzw. Kartendaten bevorzugtes Ziel von Straftätergruppierungen", stellt das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem jüngsten Bericht zum Thema Skimming fest.
Die EMV-Technik wird inzwischen weltweit vielfach eingesetzt. In Deutschland gestohlene Bankdaten lassen sich deshalb auch im Ausland immer seltener missbrauchen. Euro Kartensysteme verzeichnet einen missbräuchlichen Umsatz durch Kundendaten aus Deutschland vor allem in den USA (39 Prozent Schadenanteil) und in Indonesien (27 Prozent). Mit 14,2 Millionen Euro Schaden (Stand Ende November 2016) schlägt der Diebstahl von Zahlungskarten weitaus kräftiger zu Buche als "Skimming" - ein Trend, den Schneider seit Jahren beobachtet.
Für Schäden, die durch den Missbrauch gestohlener Daten entstehen, müssen übrigens die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen. Dies legen internationale Abkommen fest. Nach Branchenschätzungen müssen deutsche Banken daher nur etwa eine Mio. Euro der aktuellen Schäden tragen. (vwh/jh)
Bild: Rund 153 Manipulationen von Geldautomaten konnte in diesem Jahr nur verhältnismäßig wenig Schaden in Höhe von 1,6 Mio. Euro anrichten. (Quelle: fotolia)
Datenklau
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