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Zurich forciert Dunkelverarbeitung

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Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie wird die Zurich Gruppe Deutschland ab Mai weitgehend automatisierte verarbeitete Sach-Tarife für Privatkunden anbieten. "Wir haben eine komplett neue Produktionsstraße aufgesetzt und steigern damit die Dunkelverarbeitung von 15 auf 75 Prozent", sagte Vorstandschef Marcus Nagel am Mittwochabend. Alle Prozessschritte setzen auf der Guidewire-Technik auf.
Rund 90 Mio. Euro wurden dafür bereits investiert. "Wir ersetzen damit 'Multiplus'. Das Produktkonzept haben wird erhalten, aber von der Umsetzung, der Abwicklung und auch den Rabattmöglichkeiten deutlich vereinfacht", so Nagel. Bis 2019 werde damit die Kostenquote von aktuelle "deutlich zu hohen 32 Prozent“ um vier Prozentpunkten sinken. Im zweiten Schritt werde die Kraftfahrtversicherung und dann das gewerbliche Geschäft umgestellt.
In der Lebensversicherung werde zu Jahresbeginn mit "VarioInvest" ein neues Garantiemodell für alle drei Schichten der Altersvorsorge an den Markt gebracht. "Dabei werden wir wieder stärker das Assetmanagement übernehmen", so Nagel. Dieses lag bisher stark bei der Deutschen Bank, unter deren Umstrukturierung die Zurich Gruppe 2016 gelitten hat. So schrumpfte das Einmalbeitragsgeschäft um 36 Prozent auf 688 Mio. Euro per Ende September.
"Die Deutsche Bank bleibt aber ein wichtiger Partner", so Nagel. Als Folge des geringeren Einmalbeitrags verminderten sich die gesamten Bruttobeiträge der Gruppe um rund 8,5 Prozent auf 4,72 Mrd. Euro. Die Schaden- und Kostenquote lag zum Ende des dritten Quartals bei 97,8 (101,2) Prozent. Der operative Gewinn erreichte per Ende September brutto 222 (186) Mio. Euro
Zum Ende des dritten Quartals 2016 lag die Solvency II-Quote in Leben ungestützt bei 152 Prozent. Nagel will mit diesem Wert trotz Bedenken der Aufsicht hinsichtlich der Vergleichbarkeit der Quoten auch vertrieblich werben: "Das ist ein öffentliches Maß. Warum sollen wir dies nicht einsetzen, schließlich haben wir lange daran gearbeitet. Es ist aber nicht die einzige Kennzahl, die man sich anschauen sollte", so Nagel weiter.
Die Zurich hatte sich bereits früh weitgehend aus dem Geschäft mit klassischen Garantieprodukten zurückgezogen. Verkauft oder in einen aktiven Run-Off will Nagel diesen Bestand aber nicht geben. Er würde "eher Partnerschaften mit anderen Lebensversicherern eingehen". (lie)
Bild: Zurich-Vorstandschef Marcus Nagel beim Kamingespräch der Zurich (Quelle: lie)
Zurich · Marcus Nagel
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