Politik & Regulierung

Draghi lädt Bazooka nach

Von VW-RedaktionTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Die Europäische Zentralbank (EZB) will noch bis Ende 2017 Staatsanleihen und andere Wertpapiere ankaufen. Allerdings will EZB-Chef Mario Draghi den Umfang reduzieren. Demnach sollen ab April 2017 monatlich nur noch 60 – anstelle der bislang 80 Mrd. Euro – in den Markt gepumpt werden. Der Leitzins bleibt weiterhin bei null Prozent. Der GDV sieht darin "das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik" kommen.
Banken, welche ihr überschüssiges Geld weiterhin bei der EZB parken, müssen auch in Zukunft Strafzinsen in Höhe von 0,4 Prozent zahlen. Das Programm von EZB-Präsident Mario Draghi sorgte bislang für heftige Kritik. Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum in Italien erachten hingegen viele Ökonomen den Kurs der EZB als notwendig an.
GDC-Chefvolkswirt Klaus Wiener sieht in der Entscheidung der europäischen Notenbank hingegen "ein erstes Signal für das Ende der ultra-lockeren Geldpolitik". "In einer ersten Reaktion auf den 'Einstieg in den Ausstieg' ist die Rendite der zehnjährigen Bundesanliehe um ganze 10 Basispunkte auf 0,44 Prozent gestiegen - ein sicheres Indiz dafür, wie stark renditemindernd die Käufe wirken", kommentiert der Chefökonom des Branchenverbandes.
Zustimmung erhält die EZB auch vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). "Es ist sinnvoll, dass die EZB ihrem Kurs zunächst treu bleibt. Das erhöht die Stabilität der Währungsunion. Die Zeit, welche die Notenbank den EU-Ländern verschafft, darf nicht erneut weitgehend ungenutzt verstreichen. Jetzt sind die nationalen Regierungen am Zug. Die Geldpolitik braucht Unterstützung durch nachhaltig finanzierte öffentliche Haushalte und mehr öffentliche Investitionen, übrigens auch in Italien. Nur so erreicht Europa einen dauerhaft höheren Wachstumspfad – die Voraussetzung für private Investitionen, mehr und bessere Arbeitsplätze", betont BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. (vwh/td)
Bildquelle: Sandro Almir Immanuel / pixelio.de
EZB
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