Schlaglicht

Lebensversicherer weit weg von Horrorszenarien

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Von Rafael Kurz. Nach Marktanteil haben jetzt fast ein Drittel der Lebensversicherer ihre laufende Verzinsung für 2017 bekanntgegeben. Im Schnitt liegt die bei 2,58 Prozent – zuzüglich möglicher Schlussüberschüsse. Knapp 0,3 Prozent unter dem Vorjahr, das ist weit entfernt von Horrorszenarien. Dennoch müssen Versicherer die Kosten im Blick behalten.
Niedrigzinsumfeld, regulatorische Herausforderungen und Digitalisierung erschweren die Rahmenbedingungen für die Versicherer. Jetzt haben mit der Allianz, der Axa und der Ergo maßgebliche Player ihre Gewinnbeteiligungen veröffentlicht. Die Übersicht zeigt: Die Versicherten im Bestand können sich über ein einfaches und immer noch rentierliches Vorsorgeprodukt freuen. Denn es gibt einfach keine Alternative mit vergleichbarem Rendite-Risiko-Profil. Eine zehnjährige Bundesanleihe wirft seit Juli fast überhaupt keine Zinsen mehr ab – im Gegenteil: Anleger mussten zwischenzeitlich dafür bezahlen, dem Staat Geld zur Verfügung zu stellen.
Manch Versicherer ächzt unter den aktuellen Gegebenheiten. Jüngste Versuche, einfach die teuren Altverträge loszuwerden, kritisieren aber selbst Branchenvertreter wie Walter Botermann (Alte Leipziger) und Markus Faulhaber (Allianz Leben) als rufschädigend. "Es darf nicht der Anschein entstehen, dass Kunden mit älteren Verträgen in unserer Branche nicht mehr willkommen sind, betont Botermann gegenüber dem Handelsblatt. "Vertrauen in die eigenen Angebote gewinnt man sicherlich nicht, indem man die Kunden loswerden möchte", ergänzt der Chef der Allianz-Leben.
Denn die bessergestellten Altkunden, die jetzt die vier Prozent für Ihren Sparbeitrag auch im kommenden Jahr bekommen, haben das damit bezahlt, dass Sie seinerzeit – vor plusminus zwölf Jahren – auf mögliche höhere Beteiligung am Anlageerfolg der Unternehmen verzichtet haben. Ihr Versicherer konnte mit diesen zusätzlichen Überschüssen so Reserven bilden (siehe DOSSIER).
Dass jetzt Lebensversicherer ein weiteres Jahr lang Reste dieser Reserven, die Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen (Rfb), nicht ausschütten oder versteuern müssen, hilft Unternehmen wie Kunden – gerade auch den künftigen. Denn dieser Sicherheitspuffer dient dazu, die Verzinsung der Verträge vergleichsweise konstant zu halten. Und laut Ratingagenturen wie Fitch und Assekurata soll dies künftig zwar "äußerst herausfordernd", durchaus aber machbar sein. Wenn auf Seiten der Kapitalanlage weniger abfällt, gewinnen Stellschrauben wie die Verwaltungskosten zukünftig immer mehr an Bedeutung.
Bild: Rafael Kurz ist Kommunikationschef von Policen Direkt, größter Player im deutschen Zweitmarkt für Lebensversicherer und damit größter institutioneller Versicherungsnehmer.
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Der Münchener Vertragsdienstleister Aboalarm und der Berliner Versicherungsmakler Friendsurance kooperieren ab sofort beim Versicherungsscheck. Beide Unternehmen haben sich nach eigener Aussage der Kundenorientierung verschrieben und wollen gemeinsam Versicherungen verbraucherfreundlicher machen.
Lebensversicherer · Markus Faulhaber · Walter Botermann · Policendirekt
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