Schlaglicht

Pensionskassen verfehlen Renditeziele

Von Tobias DanielTagesaktuelle Informationen und Neuigkeiten aus der Versicherungsbranche. Alle Nachrichten des Tagesreports auch als Newsletter abonnierbar.
Ein Drittel der Versicherungen und öffentlichen Pensionskassen geht davon aus, dass sie "ihre Renditeziele zu verfehlen, wenn es keine wesentlichen Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld oder in ihrer Strategie gibt", konstatiert Philipp Patschkowski von Coller Capital gegenüber VWheute. Coller veröffentlicht heute den neuen Global Private Equity Barometer für Winter 2016/17.
VWheute: Einer aktuellen Studie von Amundi zufolge blicken die Pensionseinrichtungen derzeit mit großen Sorgenfalten auf die aktuellen Entwicklungen in Europa. Zudem gehen die gesetzlichen Rentenversicherer und die privaten Versicherer davon aus, ihre angestrebten Investmentrenditen zu verfehlen. Wie können die Unternehmen Ihrer Ansicht nach dem entgegenwirken?
Philipp Patschkowski: Ein Drittel der Versicherungen und öffentlichen Pensionskassen geben im Winter-Barometer an, dass sie erwarten, ihre Renditeziele zu verfehlen, wenn es keine wesentlichen Änderungen im wirtschaftlichen Umfeld oder in ihrer Strategie gibt. Gleichzeitig erhöhen LPs ihre Allokation zu Alternatives und Private Equity. Für Private Equity rechnet die Mehrheit der LPs mit einer jährlichen Netto-Rendite von über elf Prozent, so dass dieses Rebalancing der Portfolios dazu beitragen könnte, die fehlenden Renditen aus anderen Assetklassen auszugleichen.
VWheute: Der Klimawandel scheint zudem ebenfalls ein zunehmend wichtiger Faktor für die Anlageentscheidungen der LPs zu sein. Warum ist dieser derzeit so attraktiv und worin sehen Sie das größte Potenzial?
Philipp Patschkowski: Der Klimawandel ist sicherlich höher auf der Agenda der LPs als früher, zum Teil aufgrund der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen mit über 170 Ländern, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben. Mit der Notwendigkeit, das Abkommen jetzt in nationales Recht umzusetzen, schauen Anleger, wie sie diese Veränderungen in ihren Private-Equity-Investmententscheidungen berücksichtigen können. Dies kann sich dann darin widerspiegeln, wie sie ihre eigenen Geschäfte führen, und ebenso in Änderungen an ihren Private-Equity-Portfolios.
VWheute: China gilt derzeit als wirtschaftliche Boomregion schlechthin. Laut neuem Barometer bieten jedoch vor allem Indien und Südostasien die besten Anlagechancen für Private Equity. Worin sehen Sie die Gründe?
In Indien hat sich der Ausblick nach einer Reihe von Strukturreformen verbessert. Die Volatilität, die wir in der chinesischen Wirtschaft in den letzten Jahren gesehen haben, hat dazu geführt, dass weniger LPs das Land als attraktive Alternative für Private-Equity-Investments im Vergleich zu Indien sehen.
Die Fragen stellte VWheute-Redakteur Tobias Daniel.
Bild: Philipp Patschkowski ist Principal bei Coller Capital in London (Quelle: Coller Capital)
Coller Capital
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